AK-Veranstaltung "Zukunft mit Lehre? Lehre mit Zukunft" wurde zum Start für Sozialpartner-Initiative

Linz (OTS) - Arbeiterkammer-Präsident Dr. Johann Kalliauer und Wirtschaftskammer-Präsident Rudolf Trauner nutzten die heutige Informationsveranstaltung zum Thema "Neue Wege in der Berufsausbildung", um eine Sozialpartner-Initiative ins Leben zu rufen. Als Geburtshelfer fungierte der Lehrlingsbeauftragte der Regierung, Egon Blum.

Unter dem Titel "Zukunft mit Lehre? Lehre mit Zukunft" hatte die Arbeiterkammer zu einer Informationsveranstaltung geladen. Das Hauptreferat des Lehrlingsbeauftragten Egon Blum - der in seinem Heimatland Vorarlberg mit einem Ausbildungsverbund auf freiwilliger Basis auf schöne Erfolge verweisen kann - wurde zu einem flammenden Plädoyer für das duale Ausbildungssystem. Blum sieht Qualifikation als den strategischen Lösungsansatz zur Standortsicherung einerseits und zur Jugendbeschäftigung andererseits.

Blum plädierte dafür, das Thema Jugendbeschäftigung und Lehrlingsausbildung sowohl von der wirtschaftspolitischen als auch von der sozialen Seite her zu betrachten. Dringend erforderlich sei eine Aufwertung der Lehre: Während sich andere Länder bemühten, unser duales System nachzuahmen, liefen wir im eigenen Land Gefahr, den Stellenwert der Lehre als zweitrangige Ausbildung abzuqualifizieren. Als Produktions- und Dienstleistungsstandort behaupten könnten sich nur Regionen, welche die Stärken der dualen Ausbildung erkennen und weiter ausbauen.

Zugleich müssten aber alle Jugendliche Chancen auf eine Ausbildung bekommen. Optimale Berufinformation, geeignete Lehrberufe, mehr Lehrstellen sowie Ausbildungsverbünde und überbetriebliche Lehrstellen seien die Voraussetzungen dafür.

Am Podium, prominent besetzt mit den Präsidenten von Arbeiter- und Wirtschaftskammer, Vertretern der Landesregierung (Landeshauptmann-Stv. Dipl.-Ing. Erich Haider und Wirtschafts-Landesrat Viktor Sigl) sowie ÖGB-Landessekretär Dr. Erich Gumplmaier herrschte Einigkeit darüber, dass es nichts bringe, die Situation schön zu reden. Jeder Jugendliche ohne Ausbildungsplatz sei einer zuviel. Man bekundete Bereitschaft, über den ideologischen Schatten zu springen und gemeinsam zu überlegen: Wo liegen wir richtig, wo können wir optimieren, und wo könnten Mittel effektiver eingesetzt werden?

Selbst das kategorische Nein von WK-Präsident Trauner zu einem Ausbildungsverbund, in den alle Unternehmen einzahlen müssen, konnte die Aufbruchsstimmung nicht trüben. Sollte ein Modell auf freiwilliger Basis gleich gute Ergebnisse erzielen, könne man darüber reden, ließen die Arbeitnehmer-Vertreter wissen.

Während der Podiumsdiskussion, die unter reger Beteiligung des zahlreich erschienenen Publikums ablief, einigten sich AK-Präsident Dr. Kalliauer und WK-Präsident Dr. Trauner kurzerhand auf folgende Vorgehensweise: Es wird in Kürze eine Startveranstaltung auf Expertenebene geben. Vertreter von Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Gewerkschaft und Industriellenvereinigung wollen gemeinsam Zukunftsmodelle zum Thema Ausbildungsplätze und Fachkräftequalifizierung entwerfen. Denn, so Präsident Kalliauer:
"Wir sind es den jungen Menschen schuldig, rechtzeitig auf die Herausforderungen der Zukunft zu reagieren."

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