Muttonen will "Dialogforum Musik" für bessere Zukunft der Popmusik in Österreich

Wien (SK) Mit dem Selbstbild Österreichs als Kulturnation und Musikgroßmacht auf der einen und der Frage, wie dies mit dem tatsächlichen Markt korrespondiere, beschäftigte sich SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen am Freitag auf einer Pressekonferenz zum Thema "Musikland Österreich - Dialogforum Musik". Intensiver Erfahrungsaustausch des Kulturausschusses mit Vertretern des music information center austria (mica) und internationalen Vertretern der Musikindustrie habe aber bestätigt, dass es erhebliche Defizite, gerade in der zeitgenössischen Musikproduktion gebe, führte Muttonen aus. "Der Unterausschuss soll zu einer Plattform für einen umfassenden Dialog werden", forderte die SPÖ-Kultursprecherin angesichts des Mozartjahres 2006.****

"Die Diskrepanz zwischen dem Ist-Zustand und der Selbstsicht ist erheblich", so Muttonen. Besonders im wirtschaftlich maßgeblichen Popmarkt stehe Österreich am Rande des globalen Musikmarktes, stellte die SPÖ-Kultursprecherin fest. "Ich möchte das öffentliche Interesse, das im Mozartjahr 2006 groß sein wird, als Chance für eine entsprechende Initiative nutzen." Muttonen erklärte, dass es positive Anzeichen gebe, dass es ein gemeinsames Vorgehen aller Parteien im Unterausschuss geben könne.

Im "Dialogforum Musik" sollten Vertreter aus allen Bereichen, der Musik, der Wirtschaft und der Öffentlichkeit zu Wort kommen. Das Ziel sei in einem ersten Schritt eine umfassende Darstellung der aktuellen Situation und als zweiter Schritt solle eine parlamentarische Enquete folgen. Muttonen erklärte: "Das besondere Augenmerk soll auf der Popmusik im weitesten Sinne liegen." Als Begründung dafür führte die SPÖ-Kultursprecherin an, dass die Popmusik der Kulturträger für Jugendliche und oftmals der Zugang zu anderen Bereichen der Musik sei.

Besondere Priorität sollte der Aus-und Weiterbildung zukommen. Muttonen kritisierte, dass als Folge der Stundenkürzung durch Ministerin Gehrer die kreativen Fächer stark gelitten haben. Darüber hinaus sei die Vermittlung von Popmusik immer noch sehr von den unterrichtenden Lehrkräften abhängig. "Es fehlen nach wie vor konkrete Initiativen wie es sie zum Beispiel in Schweden oder Finnland gibt", kritisierte Muttonen, die von der Bildungsministerin mehr kreative Bildung und ausreichende finanzielle Mittel forderte. Modelle wie ein Freifach Popmusik und Projektwochen, wie sie in Deutschland möglich seien, sollen vom Bundesministerium ermöglicht werden, so Muttonen.

Im Zuge des Dialogforums wolle man auch die Wirtschaft auffordern sich mit Mitteln und Know-How einzubringen und neben einer Verbesserung der Ausbildung sollte auch bedacht werden, dass entsprechende Rahmenbedingungen für die Profis von großer Bedeutung seien. "Die Probleme in dieser Hinsicht sind hinreichend bekannt", so Muttonen angesichts der Tatsache, dass beispielsweise nur vier Prozent der KomponistInnen hauptberuflich davon leben können.

In der Thematik der Verwertungsgesellschaften seien vor allem Verteilungsgerechtigkeit und Transparenz wichtig. "Wenn Morak eine Überarbeitung der Gesetze ankündigt, dann werden wir sehr genau beobachten, ob Verteilungsgerechtigkeit und Transparenz auch wirklich durchgeführt werden", hielt die SPÖ-Kultursprecherin fest. Auch auf die Notwendigkeit eines intakten Umfeldes ging Muttonen ein und sprach dabei unter anderem besseres Coaching der Musiker, mehr und bessere Proberäume und ein Mehr an Festivals an. Kleine und mittlere Festivalanbieter sollten ebenfalls besser unterstützt werden, argumentierte Muttonen.

"Der Dialog soll möglichst rasch beginnen, um eine bessere Zukunft für die Popmusik - den Kulturträger der Jugend - zu bringen", forderte Muttonen abschließend. (Schluss) js

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