Ärztekammer: Striktes Nein zu Rauch - Kallat - Plänen!

Staatsmedizin wie in ehemaligen Ostblockländern droht

Wien (OTS) - Die gestern im Magazin "NEWS" von
Gesundheitsministerin Rauch-Kallat vorgestellten Pläne bezüglich der Gesundheitsagenturen stossen auf heftigen Widerstand der Ärzte.

Dr. Lothar Fiedler, Präsident der NÖ Ärztekammer: "Ein Gesundheitssystem, in welchem Leistungserbringer mit täglichen Kontakten zu hunderttausenden Patienten absolut kein Mitspracherecht haben, wäre eine Katastrophe. Wären die Pläne von Gesundheitsministerin Rauch-Kallat tatsächlich so wie in NEWS beschrieben, dann droht Österreich eine Verstaatlichung der Medizin, ein Zustand, von dem ich meinte dass wir nach der Ostöffnung eigentlich weit weg sein müssten.

Die Umsetzung eines solchen Planes hätte drei schwerwiegende Folgen:

1. Eine drastische Verschlechterung in der Qualität der medizinischen Versorgung 2. eine völlige Demoralisierung der Ärzte 3. eine totale Verpolitisierung des Gesundheitssystems

Am Rücken der Gesundheit der Menschen parteipolitische Machtstrukturen aufbauen zu wollen, hielte ich für völlig entbehrlich."

Der Plan für die Gesundheitsagenturen sieht einzelne Landesagenturen vor, in welchen weder Spitäler noch Ärzte Mitspracherecht beim Einsatz und bei der Verteilung der zur Verfügung gestellten Mitteln hätten. Auch für die Patienten würde ein ganz hohes Gut, nämlich die freie Arztwahl, wegfallen, was die Ärztekammer und die Ärzte als Anwalt der Patienten niemals akzeptiert würden.

Dr. Fiedler: "Was herauskommt, wenn man vom Schreibtisch aus Gesundheitspolitik betreibt, haben wir bei der Einführung und anschließenden Abschaffung der Ambulanzgebühren gesehen. Es ist unsinnig Ärzte und die in Gesundheitsberufen Tätigen nicht in organisatorische Strukturen einzubinden und von den Entscheidungsprozessen fernzuhalten.

Die Politik wäre gut beraten nie zu vergessen, dass medizinische Handlungen immer noch durch Ärzte, und niemals durch Politiker erfolgt.

Die Ärzteschaft wird sicherlich nicht zulassen, dass Österreichs Patienten durch ein verstaatlichtes Gesundheitswesen qualitative und medizinische Rückschritte auf Kosten politischer Strukturen in Kauf nehmen müssen.

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Tel. 01/53 751-221

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