"Treffpunkt Kultur" am 1. März in ORF 2

Otto Muehl: Leben/Kunst/Werk: Große Retrospektive im MAK

Wien (OTS) - Barbara Rett präsentiert live in "Treffpunkt Kultur" am Montag, dem 1. März 2004, um 22.30 Uhr in ORF 2 unter anderem folgende Beiträge:

Otto Muehl: Leben/Kunst/Werk: Große Retrospektive im MAK

Der alte Mann sitzt im Rollstuhl und ist deutlich von seiner schweren Krankheit gezeichnet. Aber er sei noch nie so glücklich gewesen wie jetzt, sagt er. Sexmonster, Uniferkel, Sektenguru? Nach sieben Jahren im Gefängnis lebt Otto Muehl jetzt am Rande Europas und malt Haifische. Südlich der portugiesischen Stadt Faro ist er unumstrittener Patriach seiner neuen Minikommune, der "Art & Life Family". Der Wiener Aktionismus, den er entscheidend mitgeprägt hat, gilt heute als Österreichs einziger relevanter Beitrag zur internationalen Kunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. "Otto Muehl: Leben/Kunst/Werk" heißt die große Retrospektive, die ihm das Wiener Museum für angewandte Kunst jetzt ausrichtet. Einige Kommunarden von einst fühlen sich verunglimpft - sie würden heute noch an den psychischen Folgen der Friedrichshof-Zeit leiden. Ab 1972 wollte Muehl auf dem Friedrichshof - eine ehemalige Landwirtschaft im Burgenland - seine soziale Utopie leben: Kunst und freie Liebe in Symbiose. Prominente Politiker und internationale Künstler waren oft gesehene Gäste der Kommune. Erst viel später wurden Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe auf Minderjährige laut, die zu Muehls Verhaftung führten. "Treffpunkt Kultur" hat Otto Muehl in Portugal besucht, zeigt einen Querschnitt seines Werks und lässt auch seine Gegner zu Wort kommen.

Bilder-Reise: Michelangelo in Venedig: Ein Roadmovie über den Transport der Renaissance-Kunstwerke

Nebel liegt über der Lagune, die Carabinieri halten die MPs im Anschlag und blicken grimmig ins fahle Morgenlicht. Es herrscht angespannte Stimmung, wird doch hier kostbares Gut verladen und alsbald durch die Kanäle Venedigs transportiert: brüchiges Papier, rund 500 Jahre alt. Sämtliche der im Rahmen der Schau "Michelangelo und seine Zeit" in der Peggy Guggenheim Collection ausgestellten Werke sind Leihgaben der Albertina - ab 16. Juli sind die rund 80 Meisterzeichnungen der größten Renaissance-Künstler auch in Wien zu sehen. "Treffpunkt Kultur" unternimmt eine Bilderreise; in einer Art Roadmovie wird der Weg der Zeichnungen vom Wiener Stammhaus in den venezianischen Palazzo anschaulich gemacht. Eine Reise mit enormem technischem Aufwand, in kostspieligen Klimaboxen und unter kaum vorstellbaren Sicherheitsvorkehrungen.

Streifen-Weise: Diagonale 2004: Von Laien-Pornos und Budgetkürzungen

Gesten des Glücks, lachende Gesichter: Der diesjährige "Diagonale"-Trailer ist ein Manifest der Freude. Doch das Grazer Fest des österreichischen Films muss heuer mit weniger als der Hälfte des üblichen Budgets auskommen. Dennoch: 170 Produktionen stehen auf dem Programm: Spiel-, Dokumentar-, Kurz- und Avantgardefilme. Eröffnet wird das Festival mit Götz Spielmanns "Antares" - parallel erzählte und lose miteinander verknüpfte Geschichten dreier Paare. Gar nicht so lose miteinander verbunden sind die Protagonisten der Abschluss-Produktion: In "Nacktschnecken" nehmen ein paar Studenten und Hobbyfilmer delikate Stellungen ein. Michael Glawogger inszenierte die Persiflage über einen Laien-Porno und den Urstress der Promiskuität. Michael Ostrowski ist nicht nur einer der Hauptdarsteller, sondern hat auch am Drehbuch mitgeschrieben. Beide Michaels, Ostrowski und Glawogger, sind live zu Gast bei Barbara Rett im Studio.

Der ORF ist bei der Diagonale prominent vertreten: Zu den 23 Filmen mit ORF-Beteiligung, die großteils im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens entstanden sind, zählen neben "Antares" und "Nacktschnecken" Michael Hanekes "Wolfzeit", Barbara Alberts "Böse Zellen", "Donau Duna Dunaj" von Goran Rebic und "Hurensohn" von Michael Sturminger. Auch heuer ist das Filmfestival Forum für das große Finale des Kurzfilmwettbewerbs "shorts on screen", der von den ORF-Landesstudios und den Kulturabteilungen der Bundesländer zum zweiten Mal veranstaltet wurde. Die ausgezeichneten Kurzfilme sind am Sonntag, dem 4. April, um 23.15 Uhr in ORF 2 zu sehen. Am Freitag, dem 5. März, vergibt der ORF noch eine weitere Auszeichnung: Im Rahmen des Carl-Mayer-Drehbuchwettbewerbs, dem höchstdotierten heimischen Drehbuchpreises, stiftet der ORF 4.000 Euro für das beste TV-Treatment.

Liebes-Erklärung. "Das Buch des Vaters": Urs Widmers neuer Roman auf Platz drei der ORF-Bestenliste

Mit zwölf Jahren bekommt Karl ein Buch voll weißer Seiten, die er ab nun Tag für Tag beschreibt. Doch nach seinem Tod verschwindet dieses Lebens-Buch - und so beschließt der Sohn, es neu zu schreiben. Auch der Basler Romancier Urs Widmer, Autor von "Das Buch des Vaters", beschloss, eine bekannte Geschichte neu zu schreiben. In seinem Roman "Der Geliebte der Mutter" schilderte er die unglückliche Liebesgeschichte einer Frau, nun schreibt er aus der Perspektive ihres Ehemanns. "Das Buch des Vaters" ist eine Geschichte politischer Hoffnungen und Enttäuschungen, vor allem aber eine Liebeserklärung an die Literatur. Gerade daran lassen sich die autobiografischen Züge des Romans festmachen: Widmer wuchs in einer bildungsbürgerlichen Familie auf. Sein Vater war Literaturkritiker, Heinrich Böll gern gesehener Gast im Hause. "Treffpunkt Kultur" stellt seinen neuen Roman vor.

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