Bundesforste-Kahlschlag im Nationalpark Kalkalpen

Umweltdachverband fordert unverzügliche Einleitung eines Verwaltungsstrafverfahrens und behält sich Einschaltung der Weltnaturschutzorganisation IUCN vor

Wien (OTS) - Kahlschlag ist Thema bei Verhandlungen mit ÖBf-Vorstand über umstrittene Geschäftsstrategie "Horizont 2010" am kommenden Montag

Zum gestern vom Umweltdachverband (UWD) aufgedeckten Kahlschlag der Bundesforste im Nationalpark Kalkalpen fordert der UWD die unverzügliche Einleitung eines Verwaltungsstrafverfahrens durch die zuständigen Behörden sowie eine genaue Überprüfung der Abläufe und Entscheidungsstrukturen innerhalb von Nationalpark- und Bundesforstverwaltung, warum es zu diesem Naturfrevel überhaupt kommen konnte.

Da die Bundesforste AG weder einen Bewilligungsbescheid von der Forstbehörde (bei Kahlhieben ab 1/2 Hektar verpflichtend), noch von der Naturschutzbehörde (jeder Eingriff in die Natur der Bewahrungszone ist bewilligungspflichtig) einholte, beging die Bundesforste AG gleich zwei Verwaltungsübertretungen (einmal gegen das Forstgesetz und einmal gegen das Nationalparkgesetz).

Der inzwischen getroffene Beschluss der Nationalpark-Gesellschafterversammlung (Land OÖ und Bund), eine Untersuchung der Vorfälle einzuleiten, ist ein erster Schritt, der vom Umweltdachverband begrüßt wird. Dem müssen aber weitere folgen, um in Zukunft derartige Naturzerstörungen zu verhindern.

Dringend zu verbessern sind vor allem auch die Informationskanäle und Organisationsstrukturen zwischen Nationalparkverwaltung und Bundesforsten. Diese sind offensichtlich ineffizient und untauglich, da ein derartiger Eingriff einfach nicht passieren darf. Hier ist vor allem auch die Nationalparkleitung gefordert.

Sollte die zu Tage getretene Politik des Beschwichtigens und Abwiegelns rund um die Naturzerstörung im Nationalpark weiter fortgesetzt werden und es keine Konsequenzen für die Zukunft geben, wird der UWD die für die internationale Anerkennung von Nationalparks zuständige Weltnaturschutzunion IUCN einschalten. Nationalpark bedeutet in erster Linie Natur sich selbst zu überlassen - es ist traurig, dass dies 7 Jahre nach Nationalparkgründung noch immer keine Selbstverständlichkeit ist.

Abschließend teilt der Umweltdachverband mit, dass der Kahlschlag im Nationalpark bei einer Verhandlung mit dem Bundesforste-Vorstand zur umstrittenen, erschließungs- und nutzungsorientierten Geschäftstrategie "Horizont 2010" am kommenden Montag, 15.00 Uhr ein Hauptthema sein wird. Der UWD wird dabei seine Reform-Forderungen hinsichtlich Bundesforste-interner Konsequenzen direkt dem Bundesforste-Vorstand unterbreiten.

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