FMA-Vorstand Grünbichler: Aufsicht legt heuer Fokus ihrer Arbeit auf "Verbesserung der Transparenz der Finanzprodukte und ihrer Märkte" sowie auf die "Verschärfung und effektivere Durchsetzung der Corporate Governance"

Wien (OTS) - Die Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA werde heuer eine "Transparenz-Offensive" starten, kündigte FMA-Vorstand Prof. Dr. Andreas Grünbichler heute bei einem Vortrag zum Thema "Finanzmarktaufsicht 2004 - nationale und internationale Herausforderungen" in der Wirtschaftskammer Oberösterreich in Linz an. Ein deregulierter Markt wie er in der Europäischen Union mit der Umsetzung des Aktionsplanes für Finanzdienstleistungen bald verwirklicht sei, brauche mündige Konsumenten, so Grünbichler. "Um die Chancen und Risiken von Finanzprodukten einschätzen zu können, braucht der Verbraucher aber ausreichende Informationen, was eine entsprechende Transparenz der Produkte wie der Märkte erfordert", argumentiert der FMA-Vorstand.

Die "FMA-Mindeststandards für Vorsorgeprodukte" (Pensionskassen und Lebensversicherungen), die Mitte des Jahres erlassen werden, werden daher ebenso klare Vorgaben für die Information bei Vertragsabschluss wie für die regelmäßige Information während der Vertragslaufzeit beinhalten. "Wichtig ist uns dabei, dass die Informationen auch für den Laien verständlich präsentiert werden und sie dermaßen standardisiert erfolgen, dass auch Vergleiche möglich sein werden", so der FMA-Vorstand. Aber auch die FMA werde ihren Beitrag zur Transparenz leisten und auf ihrer Homepage "allgemein verständliche Darstellungen der Besonderheiten bestimmter Vorsorgeprodukte, etwa der garantierten Verzinsungskomponente bei Lebensversicherungen und Pensionskassen veröffentlichen." Weiters sollen Vergleichsdaten wie etwa alternative Verzinsungsparameter oder durchschnittliche Performancedaten für Produkttypen dargestellt werden.

Grünbichler ging in seinem Vortrag aber auch darauf ein, welche Auswirkungen Kapitalmarkt-Skandale wie WorldCom, Enron oder Parmalat auf die künftige Aufsichtstätigkeit haben. "Wir müssen offenkundig einerseits die Regeln der Corporate Governance nicht nur schärfen, sondern sie auch durchsetzen. Das heißt, in weiten Bereichen deren Freiwilligkeit durch Verpflichtungen ersetzen. Andererseits müssen wir die Unabhängigkeit der Wirtschaftsprüfer stärken: Etwa durch gesetzlich verpflichtende externe oder interne Rotation, durch die Vorschrift zur Etablierung von "Audit Committees" in den Aufsichtsräten, durch EU-Standards für die Durchführung von Abschlussprüfungen, für die Qualitätssicherung in diesem Bereich sowie für die Unabhängigkeit der Prüfer von ihren Mandanten." Der FMA-Vorstand begrüßte ausdrücklich Initiativen, auch in Europa ähnlich wie in den USA (Stichwort: Sarbanes-Oxley und PCAOB) eine unabhängige Aufsicht für Wirtschaftsprüfer zu etablieren. Grünbichler: "Ich begrüße das, die FMA ist jederzeit bereit, ihren Beitrag dazu zu leisten."

Rückfragen & Kontakt:

Klaus Grubelnik, FMA-Mediensprecher
Tel.: ++43/1/249 59-5106 bzw. ++664/826 12 42

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0002