Volksblatt" Kommentar: "Einsichten" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 26. Februar 2004

Linz (OTS) - Wie leicht sich beim Pensionsthema Gruppen gegen-einander mobilisieren lassen, zeigt, wie mangelhaft Einsichten in den Generationenvertrag nach wie vor ausgeprägt sind. So kann etwa bei der Harmonisierung zum Match ASVG gegen Öffentlichen Dienst geblasen werden. Unterbelichtet bleibt, dass eine Harmonisierung, die Finanzierungsfragen ausklammert, natürlich nur Humbug sein kann - und eine hier heute zu unbedacht aufgemachte Rechnung mit Sicherheit morgen dem Steuerzahler in der Tasche liegt.
Fehlende Einsichten prägen auch die Debatte zwischen Alt und Jung, bei der die Älteren, ihrer größeren Kraft bei Wahlen wegen, zweifellos im Vorteil sind. So kommt die Tatsache, dass Junge heute nicht nur ihre gesetzlichen Pensionsbeiträge, sondern de facto Monat für Monat für Eigenvorsorge zahlen müssen, zu kurz. Zwei Zahlen zum Vergleich: Die gestern beschlossene Pensionsreparatur kostet 20 Millionen Euro. Den Pensionskassen sind im Vorjahr satte 451 Millionen an Beiträgen zugeflossen. Einsichten sind gefragt - wenn auch von jenen, die mit Pensionen lieber parteipolitisches Kleingeld wechseln, da wenig zu erwarten ist.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
volksblatt@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001