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"Presse"-Glosse

Wien (OTS) - Andreas Unterberger

Es wird also wohl keinen Prozess gegen Karl-Heinz Grasser geben. Wenn nicht die Richter der Ratskammer noch anders entscheiden, dann ist die größte Gefahr für den Sunnyboy a.D. vorbei.
Die Affäre Grasser ist damit noch lange nicht vorbei. Erstens weil Grüne und SPÖ noch ein halbes Dutzend Misstrauensanträge gegen Grasser stellen werden, obwohl selbst Alexander Van der Bellen der Sache schon "überdrüssig" ist. Zweitens weil der Rechnungshof die Finanz- und Strafbehörden noch des Amtsmissbrauchs zeihen könnte. Jedenfalls aber sind alle Begleitumstände der Causa alles andere als eine Visitenkarte für Grasser. Er ist als Politiker trotz des Erfolgs dauerhaft gelähmt.
Denn Grassers engster Mitarbeiter steht weiterhin im Fadenkreuz der Staatsanwälte. Vor allem aber ist Grasser selbst einem Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung nur deswegen entkommen, weil die Staatsanwälte den Wert seiner Homepage (wohl zu Recht) nur mit rund einem Viertel der Kosten ansetzt. Anders formuliert: Der oberste Sparmeister hat zu verantworten, dass sein Team viermal zu teuer eingekauft hat. Es wird spannend, mit welcher Glaubwürdigkeit Grasser künftig ausgabenwütigen Ministern oder gar verschwenderischen Landeshauptleuten begegnet.

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