DER STANDARD-Kommentar "Politik auf Pump" von Michael Völker

Ausgabe vom 26. 02. 2004

Wien (OTS) - Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider führt den Wahlkampf mit voller Wucht. Nicht nur, dass er jedem Kärntner und jeder Kärntnerin bis zum 7. März mindest einmal die Hand geschüttelt oder die Schulter geklopft haben will, was von einem enormen persönlichen Einsatz zeugt - auch das Bürgerbüro des Landes wurde zur blauen Wahlkampfzentrale umfunktioniert. Was praktisch ist, weil nicht die FPÖ, sondern das Land das Bürgerbüro finanziert.

Aber auch die Freiheitlichen selbst greifen tief in die Tasche - zu tief. Der finanzielle Aufwand für einen Landtagswahlkampf ist enorm:
Schätzungsweise sieben Millionen Euro buttert die FPÖ in die "Mutter" aller Wahlschlachten. Immerhin geht es um die politische Zukunft jenes Mannes, der die FPÖ repräsentiert.

Woher die FPÖ das Geld nimmt? Mit einem Nulldefizit haben die Freiheitlichen nichts am Hut, sie sind zur Bank gegangen und haben sich was ausgeborgt. Als Sicherstellung haben sie ihre Parteienförderung, die praktischerweise im vergangenen Jahr mit blauen Stimmen kräftig aufgestockt wurde, verpfändet. Und zwar gleich für die nächsten zehn Jahre bis 2014.

Praktischerweise war die Kärntner Hypobank so großzügig. Sie befindet sich im Besitz des Landes, ihr Eigentümervertreter heißt Jörg Haider. Praktischerweise hat den Kreditvertrag Karl Pfeifenberger unterschrieben. Er ist nicht nur Finanzreferent der FPÖ, sondern auch des Landes.

Bei der Parteienförderung handelt es sich im Übrigen um Steuergelder, die hier für Jörg-Bären und Tausende blaue Jacken verprasst werden. Von Haider haben wir schon ganz andere Töne gehört, wenn es um die missbräuchliche Verwendung von Steuergeldern ging. Bei der FPÖ - hier muss man es sagen, und man kann es mit Haider sagen -herrscht Misswirtschaft.

Rückfragen & Kontakt:

Der Standard
Tel.: (01) 531 70/445

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PST0001