ÖGB zu Rürup: ÖGB-Pensionsmodell schafft Gerechtigkeit

Pensionsreform 2003 raubt jährlich eine Monatspension

Wien (OTS) - Wien (ÖGB). "Die Meinung des deutschen Pensionsexperten Bert Rürup in allen Ehren. Was Rürup aber völlig außer Acht lässt, ist die Tatsache, dass diese Pensionsreform dem Diktat der Budgeterstellung unterworfen wurde und für ArbeiterInnen und Angestellte, die 2004 in Pension gehen, einen Pensionsverlust von bis zu einer Monatspension bedeutet", stellt der Leitende Sekretär im ÖGB, Dr. Richard Leutner, fest.++++

Ziel einer gerechten, fairen und langfristigen Pensionsreform könne es nicht sein, dass ab dem heurigen Jahr die Pensionen um bis zu zwölf Prozent gekürzt werden. "Das verstößt gegen den Vertrauensschutz", stellt Leutner fest. Genau das aber fordere der deutsche Pensionsexperte, wenn er meine, dass die Pensionsreform 2003 nicht rückgängig gemacht werden dürfe.

Leutner verwies abermals auf das Pensionsharmonisierungs-Modell des ÖGB: "Wir haben ein Konzept, die Regierung nach wie vor keine Lösung" kritisiert der Leitende Sekretär. Die Harmonisierung der Pensionen so rasch als möglich zu verwirklichen sei eine Frage der Gerechtigkeit. Je rascher die Harmonisierung mit fairen Übergangsbestimmungen komme, desto rascher würden Ungerechtigkeiten beseitigt und langfristige Einsparungen erzielt. Würde die Harmonisierung nur für unter 35-jährige gelten, wären die Pensionen erst in frühestens 30 Jahren harmonisiert. Leutner: "Das ist eindeutig zu spät und ungerecht. Die Regierung ist gut beraten, die Gewerkschaftsvorschläge aufzugreifen statt immer neue Gründe zu suchen, warum die versprochene Harmonisierung doch nicht möglich sein soll."

Zur Meinung Rürups, kapitalgedeckte Teile der Pensionsvorsorge zu stärken, stellte Leutner fest, dass sich viele Menschen mit geringem Einkommen eine private Pensionsvorsorge nicht leisten können. Im übrigen sei es beinahe "schizophren", dass die Bundesregierung für eine private Pensionsvorsorge steuerliche Zuckerln verteilt. "Die private Vorsorge steuerlich zu fördern, auf der anderen Seite aber zu sagen, wir können unser Pensionssystem nicht finanzieren, versteht niemand", so Leutner abschließend.(ew)

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