Fischer in NEWS zu "Slogan-Klau": "VP handelt nicht gewissenhaft."

SP-Präsidentschaftskandidat nimmt Slogan-Klau "locker. Aber das war kein Beitrag für Ferreros Glaubwürdigkeit". Harte Kritik an Ferrero, aber Unterstützung Schüssels bei EU-Ambitionen.

Wien (OTS) - In einem Interview in der Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS nimmt SP-Präsidentschaftskandidat Heinz Fischer erstmals persönlich zur Erregung um den "Slogan-Klau" im Präsidentschaftswahlkampf Stellung:
"Das Fairneßabkommen wird in Kraft bleiben. Wir bleiben dabei: Wir arbeiten fair und anständig." Außerdem habe "die ÖVP uns einen unschätzbaren Dienst zur Bekanntmachung unseres Slogans "Politik braucht ein Gewissen" erwiesen. Es ist Ausdruck großer Nervosität im VP-Lager und wir haben einen Vorteil. Daher nehme ich das locker. Aber was die ÖVP da tut, ist alles andere als gewissenhaft."

Offenbar will Fischer das Thema "Glaubwürdigkeit" nun massiv ins Zentrum der Wahlauseinandersetzung rücken - und attackiert als einer, "der natürlich das Pensionsvolksbegehren jetzt unterzeichnen wird", wenn er auch "als Präsident das nicht mehr tun wird", frontal die Außenministerin in Sachen Pensionen: "Es ist unglaubwürdig, im Ministerrat für Pensionskürzungen zu stimmen, um dann im Wahlkampf zu bedauern, dass viele durch den "sozialen Rost fallen", wie das Frau Ferrero-Waldner formuliert."

Indirekt kritisiert Fischer auch die Außenpolitik Ferrero-Waldners: Auf die Frage nach seiner, Fischers, außenpolitischer Kompetenz antwortet er: "Nach Jahren an der Seite von Bruno Kreisky und Rudolf Kirchschläger, nach zwölf Jahren auch internationaler Vertretung des Parlaments, ohne ein einziges Mal in ein Fettnäpfchen getreten zu sein, was alle Fraktionen bestätigen, bin ich außenpolitisch sattelfest. Auch wenn bei mir nicht alles von Fotografen dokumentiert ist. In der EU-Sanktionszeit habe ich mehr vertrauliche Gespräche geführt als manch anderer. Da ging es um die Sache, nicht um die Optik." Dazu sei im EU-Zeugnis für Österreich "etwa in Sachen Transit leider wohl kein Einser" zu finden. Fischer:
"Es sind am EU-Parkett durch Vetodrohungen und Rechthaberei Fehler passiert. Die Vorstellung ist verbesserungswürdig."

Eine Kandidatur von Kanzler Wolfgang Schüssel aus EU-Kommissionspräsident würde Fischer unterstützen: "Wenn er sich deklariert, gebe ich gerne eine überparteilich-österreichische Stellungnahme ab. Aber vorher nicht."

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