ARBÖ: Justizministerium soll gesetzliche Mindest-Deckungssummen in der Kfz-Haftpflicht anheben

Wien (OTS) - Massenkarambolagen, wie in vergangenen Tagen auf der
A2 Südautobahn und der A1 Westautobahn passiert, belegen die Notwendigkeit eines ausreichenden Versicherungsschutzes Massenkarambolagen mit vielen Unfallbeteiligten bringen Autofahrer zum Nachdenken, ob sie genügend hoch versichert sind und nicht lebenslange Zahlungen an Unfallopfer aus eigener Tasche leisten müssen, meint der ARBÖ.

"Solange gesetzlich nur eine relativ niedrige Mindestdeckungssumme von 1,09 Mio. Euro vorgeschrieben ist, besteht die Gefahr, dass sich die Versicherten daran auch orientieren", stellt ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar fest. "Im Interesse der Geschädigten bei Verkehrsunfällen und der schuldtragenden Kraftfahrer sollte das Justizministerium die Novelle zum Kraftfahrzeug-Haftpflichtesetz nicht auf die lange Bank zu schieben und die Deckungssummen so rasch als möglich von derzeit 1,09 auf 3 Millionen Euro erhöhen."

Höhere Deckungssummen dienen gleichermaßen zum Schutz der nach einem Unfall Geschädigten und jene Versicherungsnehmer, die zu Schadenersatz verpflichtet werden. Es ist nicht einzusehen, warum die geplante Reform der Kfz-Versicherung neuerlich verschoben wird.

Bei Unfällen haftet die Kfz-Haftpflichtversicherung jeweils nur bis zur Höhe der Deckungssummen. Die gesetzlichen Versicherungssummen sind als zu gering anzusehen. Vernünftigerweise schließen Autofahrer freiwillig höhere Deckungssummen mit Prämienaufzahlung ab.

Schäden, die über die abgeschlossene Deckungssumme hinausgehen, müssen die Versicherten aus der eigenen Tasche zahlen. Angesichts hoher Kosten bei Körperverletzungen, Schmerzengeldansprüchen und auch geringer Reparaturkosten ist eine Deckungssumme von derzeit 1,09 Mio. Euro zu gering. Vor allem dann, wenn gleich mehrere Personen verletzt werden.

Der ARBÖ drängt auf eine Aufstockung der Deckungssumme auf zunächst 3 Millionen, wodurch ein wesentlich besserer Schutz gewährleistet wird. Österreich hat hier Nachholbedarf. Auf EU-Ebene wird bereits eine Anhebung auf 5 bis 10 Millionen Euro erwogen. Die freiwillige Höherversicherung durch Autofahrer wird auch danach empfehlenswert sein, da Angebote bis zu 15 Mio. Euro auf dem Versicherungsmarkt angeboten werden.

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