KfV fordert rasche Umsetzung von Maßnahmen gegen Lkw-Unfälle!

85 Prozent der Lkw auf Autobahnen sind zu schnell. Die häufigsten Unfallursachen sind Fehleinschätzung und Müdigkeit. KfV fordert gleiche Bestimmungen wie für schwere Lkws.

Wien (OTS) - Bei zahlreichen Unfällen auf Autobahnen sind Lkw beteiligt. Passiert ein Crash sind oft Schwerverletzte und Tote zu beklagen. Zwei von drei Lenkern anderer Fahrzeuge werden verletzt oder getötet. Neben Fehleinschätzung und Übermüdung, sind vor allem schnelle Geschwindigkeiten, zu geringer Sicherheitsabstand und riskantes Überholen Risikofaktoren.

85% sind zu schnell unterwegs
85 Prozent aller Lkw auf Autobahnen halten sich nicht an die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Auf Bundes- und Landesstraßen sind immerhin noch 68 bzw. 62 Prozent zu schnell unterwegs. 52 Prozent aller Lkw-Unfälle auf Autobahnen sind Auffahrunfälle. Diese Risikofaktoren bilden einen unzumutbaren Gefahren-Cocktail auf österreichischen Straßen. "Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit reichen allerdings Maßnahmen, die nur allein auf Österreich beschränkt sind, nicht aus. Ein europaweites einheitliches Vorgehen ist gefragt. Dadurch können auch fairere Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden", erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Laut den vorläufigen Zahlen von 2003 (Jänner bis November) der Unfallbilanz gab es 1.938 Unfälle mit beteiligten Lkw > 3,5 t, dabei wurden 2.574 Menschen verletzt und 135 getötet.
38 Prozent der Lkw-Lenker schätzen die Witterung, den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug oder die Fahrdynamik falsch ein. Bei 30 Prozent der Lkw-Unfälle sind müde, unaufmerksame oder abgelenkte Fahrer die Unfallursache. Bei jüngeren Lenkern (unter 34 Jahren) spielt Müdigkeit eine größere Rolle, während bei Lenkern zwischen 35 und 44 Jahren Fehleinschätzung als Unfallursache dominiert.

"Die Missachtung der Lenk- und Ruhezeiten ist ein Problem, das an der Wurzel gepackt werden muss. Strenge Überwachung - auch vormittags (zwischen 10 und 12 Uhr passieren die meisten Unfälle) - gezielte Öffentlichkeitsarbeit und die Zertifizierung von Unternehmen können die Unfallhäufigkeit minimieren. Die Verbesserung der Lenkerausbildungssysteme ist voranzutreiben", so Thann.

Das KfV fordert daher:
-) Wochenendfahrverbot, Nachtfahrverbot, Überholverbot, Ferienreiseverordnung auch für Lkw <7,5t.
-) Obligatorische Einführung von Geschwindigkeitsbegrenzern für alle Lkw >3,5t und Sanktionierung der Manipulation.
-) Verpflichtender europaweiter Einbau eines Unfalldatenspeichers für Lkw >3,5t .
-) Europaweite Ausweitung der Vorschreibung von digitalen Kontrollgeräten mit Fahrerkarte
-) Maßnahmen gegen Hochrisikofahrer (Punkteführerschein)
-) Erhöhung der Geldbuße bei Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit
-) Klare gesetzliche Regelung bezüglich einzuhaltender Mindestabstände von Fahrzeugen
-) Lkw-Überholverbot auf Autobahnstrecken mit hohen fahrleistungsbezogenen Unfallraten.
-) Ausweitung der Kontrollen Lenk- und Ruhezeiten durch die Exekutive.
-) Auffindung und Sanierung von Unfallhäufungsstellen.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Alexandra Ludvik
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