ARBÖ: Kleintransporter mit hohem Unfallrisiko

Wien (OTS) - Leicht rückläufige Lkw-Unfallzahlen im vergangenen Jahr dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Kleintransporter nach wie vor ein hohes Unfallrisiko auf Österreichs Straßen darstellen, betont ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar.

Es entfallen mehr Unfälle und Verletzte auf die - vor allem gewerblich genutzten - Kleintransporter bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht als auf Lkw mit höherer Tonnage: Von Jänner bis November 2003 gab es laut Statistik Austria 2.046 Unfälle mit Kleintransportern und 2.766 Verletzten verglichen mit 1.938 Unfällen und 2.574 Verletzten bei allen Lkw über 3,5 Tonnen.

Der ARBÖ hat auf das Risiko bei Kleintransportern bereits mehrfach hingewiesen. Kleintransporter
weisen bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h eine doppelt so hohe kinetische Energie auf, wie ein Pkw mit derselben Geschwindigkeit.

"Die Vorschläge der Arbeitsgruppe im BMVIT zum Thema 'Sicherer Schwerverkehr' liegen auf dem Tisch. Das BMVIT kann für eine zügige Umsetzung bei den legistischen Maßnahmen sorgen", stellt ARBÖ-Generalsekretär Dr. Hellar fest.

Die von der Arbeitsgruppe vorgeschlagene Verbesserung der statistischen Grundlagen und eine in Auftrag gegebene KfV-Studie, die im Herbst vorliegen sollte, sind als sinnvolle Begleitmaßnahmen anzusehen. Eine eigene Kennzeichnung von gewerblich genutzten Kleintransportern wäre zu empfehlen.

Ebenso spricht sich der ARBÖ für eine Bewusststeinbildungskampagne aus, damit der lebensrettende Sicherheitsgurt im Kleintransporter und im Lkw noch mehr als bisher genutzt wird.

Vordinglich für den ARBÖ ist eine Ausdehnung des Wochenendfahrverbotes und der Ferienreise-verordnung auf gewerblich genutzte Kleintransporter sowie auf Lkw unter 7,5 Tonnen Gesamtgewicht. Konvoi-Fahrten von ausländischen Frächtern mit 6,5-Tonnen-Lkws, mit denen versucht wird, die derzeit bestehenden Fahrverbote für Schwerfahrzeuge zu umgehen und an Wochenenden uneingeschränkt unterwegs zu sein, stellen ein großes Risiko dar.

Nach wie vor ungelöst ist für den ARBÖ auch die Entflechtung des Gefahrenguttransportes vom Urlauber- und Ferienverkehr während der intensiven Reisezeiten wie zuletzt bei den Semesterferien. Für Gefahrengüter sollte es an Samstagen bereits ab Mitternacht ein Fahrverbot geben.

Rückfragen & Kontakt:

ARBÖ Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Lydia Ninz
Tel.: (++43-1) 89121-280
presse@arboe.at
http://www.arboe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAR0001