ÖGB-Leutner zu Pensionsharmonisierung: "Stichtagsregelung ist eine Frage der Gerechtigkeit"

ÖVP und FPÖ sollen endlich ihr Konzept offen legen anstatt Ausreden für Verzögerungen zu suchen

Wien (ÖGB). "Anstatt immer nur zu erklären was nicht geht, sollten die beiden Regierungsparteien endlich ihre Konzepte zur Pensionsharmonisierung auf den Tisch legen", forderte der Leitende Sekretär im ÖGB, Richard Leutner, heute, Sonntag, zu den Aussagen von ÖVP-Klubchef Molterer. Von den Regierungsparteien sei immer nur zu hören, dass die gerechte Stichtagsregelung nicht finanzierbar wäre. "Das stimmt nicht, wie Experten immer wieder auch öffentlich vorgerechnet haben. Jetzt ist es an der Zeit, dass ÖVP und FPÖ die Geheimniskrämerei endlich beenden und ihre Modelle offen auf den Tisch legen", betonte Leutner.++++

Der ÖGB bestehe auf einem Stichtag, ab dem die Harmonisierung für alle Versicherten gelten muss. "Eine Regelung, die nur für die unter 35-Jährigen gilt, ist alles andere als eine gerechte Harmonisierung der Pensionssysteme, sondern eine Fortsetzung des Unrechts. So wird eine Harmonisierung, die diesen Namen verdient, um weitere 30 Jahre verzögert", erklärte Leutner.

Mit der "Österreich-Pension" hat der ÖGB bereits am 10. Oktober 2003 ein eigenes Modell für die Harmonisierung der Pensionssysteme vorgelegt. "Der ÖGB hat das Konzept, die Bundesregierung blieb bisher eine Lösung schuldig", kritisiert der Leitende Sekretär. Je rascher die Harmonisierung komme, desto rascher werden Ungerechtigkeiten beseitigt und langfristige Einsparungen erzielt. "Die Regierung wäre gut beraten, die Gewerkschaftsvorschläge aufzugreifen statt immer neue Gründe zu suchen, warum die versprochene Harmonisierung doch nicht möglich sein soll", so Leutner abschließend.

Das ÖGB-Pensionsmodell, die Österreich-Pension, beruht auf folgenden Grundsätzen:

+ Einheitliches Pensionssystem für alle.
+ Sicherung des Lebensstandards.
+ Ausbau der eigenständigen Alterssicherung der Frauen.
+ Wahlmöglichkeit bezüglich des Zeitpunkts des Pensionsantritts.
+ Gleitender Übergang mit umfassendem Vertrauensschutz anstelle der überfallsartigen Leistungskürzungen durch die "Pensionssicherungsreform 2003".(kr/fk)

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Florian Kräftner
Tel.: +43 (1) 534 44/290 DW
Fax: +43 (1) 533 52 93
http://www.oegb.or.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001