"trend": Halbherzige Erziehungsmaßnahme

Ab August erhalten ASVG-Versicherte jährlich eine Auflistung ihrer Arzt- und Medikamentenkosten

Wien (OTS) - Von August bis Oktober schickt der Hauptverband der Sozialversicherungen im Gesetzesauftrag der Bundesregierung jedem ASVG-Versicherten eine Kostenaufstellung für das Jahr 2003, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner Dienstag erscheinenden Ausgabe. Laut Hauptverbandsgeschäftsführer Josef Kandlhofer soll damit Kostenbewusstsein erzeugt werden.
Seitens der Arbeiterkammer wird diese Maßnahme kritisiert. Helmut Ivansits, Leiter der Abteilung Gesundheitspolitik: "Wenn man schon so etwas machen will, wäre es gescheiter gewesen, wie in Deutschland eine Patientenquittung einzuführen. Denn eine allgemeine Kostenaufstellung bringt gar nichts, außer dass die chronisch Kranken ein schlechtes Gewissen bekommen."
Im Gegensatz zur der Anfang 2004 in Deutschland eingeführten Patientenquittung, bei der jeder Patient bei Verlassen der Ordination auf Wunsch alle Leistungen plus Kosten des Arztes aufgeschlüsselt bekommt, erfahren die Österreicher nämlich nur allgemein, wie viel Geld sie unter den Rubriken Arztbesuche, Medikamente oder Heilbehelfe pro Jahr verbraucht haben.
Auch Kandlhofer räumt ein, dass das "nur die zweitbeste Lösung" sei: "Aber so steht es eben im Gesetz." Mit einer Vorbereitung der Patienten auf neue Selbstbehalte hätte die Aktion jedenfalls nichts zu tun.

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