"profil": Scharfe Kritik von Ex-Frauenministerin Dohnal an Frauenpolitik von Schwarz-Blau

"Wut" über Regierungspolitik - Amtierende Ministerinnen sind "Täterinnen gegen die Frauen" - spricht erstmals öffentlich über ihre gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" übt die frühere SP-Frauenministerin Johanna Dohnal ungewöhnlich scharfe Kritik an den weiblichen Mitgliedern der ÖVP-FPÖ-Regierung. "Das sind in Wahrheit Täterinnen - Täterinnen gegen die Frauen", so Dohnal. "Diese Politikerinnen tragen die ganzen unsozialen Maßnahmen mit."

Ihre Gefühle im Zusammenhang mit der Frauen- und Familienpolitik der schwarz-blauen Bundesregierung könne man "unter dem Begriff Wut zusammen fassen", so die ehemalige SP-Ministerin. "Egal, ob es um das Kindergeld oder die Pensionsreform geht. Es läuft wieder alles darauf hinaus, dass Frauen nicht ihre eigenständige Existenz sichern und ihr Leben nicht als Individuen gestalten können."

In dem aus Anlass ihres 65. Geburtstags geführten "profil"-Interview äußert sich Dohnal erstmals öffentlich über ihre gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft. Freundinnen hätten sie zwar "immer wieder gebeten, diesbezüglich die Fahne in die Hand zu nehmen", doch habe sie es vorgezogen, ihre privaten Lebensumstände nicht zum Gegenstand öffentlicher Diskussionen zu machen. "Ich kenne die Gesellschaft und wollte nach dem beurteilt werden, was ich durchsetzen kann", so Dohnal.
Überdies habe sie auch über ihre im Alter von 18 Jahren geschlossene Ehe, die 20 Jahre bestanden hat, zuvor nie öffentlich gesprochen. Die Motivationen für ihre Eheschließung beurteilt Dohnal rückblickend nüchtern: "Ich habe geglaubt, ich muss heiraten und zwei Kinder kriegen. Ich wollte so sein wie die anderen." Sie sei zum Zeitpunkt ihrer Eheschließung nicht verliebt gewesen, sondern wollte durch ihre Heirat vor allem "ein Stück Freiheit" vom Elternhaus erlangen.

Rückblickend sei sie nicht sicher, ob es nicht ein Fehler gewesen ist, ihre Ehe nicht früher zu beenden, so Dohnal im "profil"-Interview: "Mein Wunsch, aus dieser Situation wegzukommen war schon länger da, aber ich dachte, es wäre gescheiter zu warten, bis unsere Kinder älter sind."

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