- 19.02.2004, 13:47:14
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Scheele: Globale US-Familienpolitik verantwortungslos und rein ideologisch
Kritischer Bericht der EU-Abgeordneten in Addis Abeba einstimmig angenommen
Wien (SK) Scharfe Kritik an der US-Politik in Bezug auf
internationale Familienplanung übt Karin Scheele,
SPÖ-Europaabgeordnete und Mitglied des Ausschusses für Entwicklung
und Zusammenarbeit. Im Rahmen der gerade stattfindenden Tagung der
Gemeinsamen Parlamentarischen Versammlung AKP-EU in Addis Abeba wurde
heute ihr Bericht zum Thema "Armutsbedingte Krankheiten und
reproduktive Gesundheit" einstimmig angenommen. Scheele: "Ich habe
diesen Bericht gemeinsam mit François Betkou Aimé, einem Abgeordneten
aus Madagaskar, verfasst. Mit Nachdruck weisen wir in unserem Papier
auf die gravierenden Auswirkungen der sogenannten
'Mexiko-City-Politik' hin, die US-Präsident George W. Bush am ersten
Tag nach seinem Amtsantritt wieder eingeführt hat." ****
Bush hatte damals erklärt, dass die USA keine ausländischen
Organisationen finanziell unterstützen würden, die - sogar mit
eigenen Mitteln - Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, entsprechende
Beratung anbieten oder dafür eintreten. Inzwischen wurde diese
Politik auch auf Organisationen ausgedehnt, die HIV/Aids-Programme
durchführen. Scheele dazu: "Eine solche Politik setzt die Gesundheit
und das Wohlergehen von Millionen von Menschen aufs Spiel. Denn
solange den Empfängern von US-Hilfe regelrecht die Hände gebunden
sind und Hilfsorganisationen nicht jede verfügbare medizinische Hilfe
und Information anbieten können, werden Armut, Krankheit, Konflikte
und Elend weiter bestehen."
Die US-Regierung habe mit ihrer Entscheidung unbestreitbar Ideologie
über Gesundheitsbelange gestellt. In ihrem Bericht stellt Scheele
deshalb klar, dass die Mexiko-City-Politik nicht nur das
Vertrauensverhältnis zwischen Ärzten und Patienten zerstört, sondern
auch den Zugang zu HIV/AIDS-Prävention erschwert und Millionen von
Paaren der Gefahr einer ungeplanten und ungewollten Schwangerschaft
aussetzt. Dies, so Scheele, "führt nachweislich zu mehr, nicht zu
weniger Schwangerschaftsabbrüchen, zu mehr Risikoschwangerschaften,
zu unsicheren und unsachgemäßen Abtreibungen, zu schweren
Erkrankungen und leider auch zu Todesfällen." (Schluss) wf/mp
OTS0198 2004-02-19/13:47
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