Schluss mit Bevormundung: Wirkliche Mitbestimmung statt "Kinderwahlrecht"!

Jugendvertretung fordert kinder- und jugendgemäße Formen der Partizipation

Wien (OTS) - "Das Wort Kinderwahlrecht hört sich beim ersten Mal vielleicht gut an, aber was dahinter steckt ist eine Mogelpackung. Es ist falsch, von einem Kinderstimmrecht zu sprechen, wenn Erwachsene das Wahlrecht für Kinder ausüben. Erwachsene sind keine Kinder mehr und können deshalb auch nicht für Kinder sprechen", folgert Clemens Pichler, Vorsitzender der Bundesjugendvertretung (BJV) logisch. Anstatt Eltern für jedes Kind eine (halbe) Extrastimme zu geben, sollten Kinder und Jugendliche selbst an Entscheidungen angemessen beteiligt werden. "Als Kinderstimmrecht kann man es nur dann bezeichnen, wenn Kinder ab einem bestimmten Alter wirklich selber ihre Stimme abgeben können", erläutert Pichler.

"Wer garantiert, dass Eltern zuerst ihre Kinder um deren Meinung fragen und diese dann auch ernstnehmen? Zur derzeit aktuellen Diskussion um das "Kinderstimmrecht" fordern wir deshalb, mit den Begriffen sauber umzugehen", so Pichler. Ein Familienwahlrecht führt nicht dazu, dass Kinder einen besseren Stand in der Gesellschaftspolitik bekommen, sondern stärkt lediglich kinderreiche Eltern. Zudem würde der demokratiepolitische Grundsatz unterhöhlt, dass mündige Bürger/innen eine Stimme in ihrem Namen abgeben und ein Stimmrecht nicht delegierbar ist.

Die Bundesjugendvertretung setzt sich für eine tatsächliche Partizipation junger Menschen ein. Eine politische Option stellt hier die Absenkung des Wahlalters dar. Die BJV fordert, die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre auf allen Ebenen zu realisieren und begleitende Maßnahmen zu setzen; wie verstärkte politische Bildung für junge Menschen, die Förderung der gesellschaftspolitischen Handlungskompetenzen bei Jugendlichen, die Stärkung der Schulpartizipation, die Schaffung von realen Mitbestimmungsmöglichkeiten. "Das sogenannte "Kinderwahlrecht", bei dem Eltern das Wahlrecht für ihre Kinder ausüben, ist dafür sicher nicht der geeignete Weg", bringt es Pichler auf den Punkt.

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