Hochschulzugang: Broukal - Gehrer muss handeln

Wien (SK) "So kann es ja wohl nicht sein: Österreichs Unis zittern vor einem massiven Ansturm deutscher Studierender, weil der EuGH vielleicht alle Schleusen öffnet - und Bildungsministerin Gehrer schweigt." SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal betonte am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst: "Gehrer muss jetzt handeln. Je länger Gehrer hier untätig bleibt, umso lauter wird der Ruf der Rektoren nach Zugangsbeschränkungen und Aufnahmestopp." ****

Derzeit beschränkt Österreich den Zugang von Studierenden aus anderen EU-Staaten insofern, als nur jene in Österreich studieren können, die auch in ihrer Heimat einen Studienplatz hätten. Damit können etwa deutsche Studierende, die in ihrer Heimat am Numerus Clausus scheitern, nicht einfach nach Österreich ausweichen. Diese Einschränkung könnte nun nach einer Klage der EU-Kommission fallen.

"Gefragt sind kreative Lösungen, die nur in Zusammenarbeit mit Deutschland gefunden werden können", sagte Broukal. Es könne jedenfalls nicht so sein, dass die Bundesrepublik Deutschland ihre Hochschulprobleme "kostenfrei nach Österreich exportiert und das kleine Österreich damit finanzielle Lasten auf sich nehmen muss, die es nicht tragen kann". Gehrer müsse schnell mit Deutschland eine gemeinsame Lösung finden, betonte Broukal. Er fügte hinzu: "Viel Zeit dafür ist nicht mehr. In 14 Tagen beginnt ein neues Studienhalbjahr."

Broukal richtet an Gehrer die Frage, warum sie zu diesem Problem noch nicht öffentlich Stellung genommen hat. "Ist es ihr und der ÖVP vielleicht sogar angenehm, dass das in Österreich höchst umstrittene Projekt Zugangsbeschränkung so vielleicht unter Hinweis auf internationale Zwänge eingeführt werden kann?" (Schluss) wf

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