ÖAMTC fordert Entschärfung der tödlichen Tunnelportale

Falsches Grünlicht darf nicht zur Geisterfahrt verleiten

Wien (ÖAMTC-Presse) - Tunnelfahrten sind nirgendwo in Europa so gefährlich wie in Österreich. Das zeigt der laufende ÖAMTC-Tunneltest mit führenden Tunnelexperten aus ganz Europa. "Noch gefährlicher als die einröhrigen Tunnels sind die Zonen bei den Tunnelportalen", weiß ÖAMTC-Tunnelexperte Willy Matzke. Denn dort wird der Verkehr auf jeweils eine Fahrspur pro Richtung zusammengeführt. Diese Gegenverkehrsbereiche können nicht durch eine Leitwand abgesichert werden, weil sonst beispielsweise überbreite Sondertransporte den Tunnel nicht passieren können.

Falsch gesetzte Ampelsignale an den Tunnelportalen sind dem Tunnelexperten des Clubs ein weiterer Dorn im Auge. "An vielen Tunnelportalen leuchtet nämlich noch immer auch an der linken Tunnelwand trotz Gegenverkehrs ein grünes Ampelsignal. Nachweislich sind die Unfälle an den Portalen auch auf die 'Grünlichlicht-Fallen' zurückzuführen", weiß Matzke. Dabei gibt es längst eine Anordnung des Verkehrsministeriums, die das Abschalten der grünen Ampeln an der linken Seite vor und in Tunnels mit Gegenverkehr vorsieht. "Im hochrangigen Straßennetz der ASFINAG ist man dieser Anordnung vielfach nachgekommen. Im Straßennetz, das unter die Verantwortung der Länder fällt, leuchtet es noch immer grün auf der linken Seite der Tunnels mit Gegenverkehr", kritisiert der ÖAMTC-Tunnelexperte.

Matzke bringt Beispiele für vorbildhaft abgesicherte Tunnelportale: Beim bestens abgesicherten Felbertauern Tunnel weist ein Rotlicht an der linken Tunnelseite auf Gegenverkehr hin. Akzeptabel abgesichert ist auch der restaurierte Leermoser Tunnel.

Als "tickende Zeitbombe" im österreichischen Tunnelnetz betrachtet Matzke den Landeck Tunnel: Grünlicht auf beiden Seiten könnte Autofahrer zum Benützen der Gegenverkehrspur verleiten.

Der ÖAMTC verlangt deshalb zur Erhöhung der Sicherheit im Tunnel die Verwirklichung folgender Maßnahmen:

* Zweite Röhren auf allen mehrspurigen Fernstraßen, wie das die EU-Tunnelrichtlinie auch vorschreibt. In Österreich müssen der Pfänder-, Roppener-, Katschberg- und der Tauern Tunnel rasch zweiröhrig ausgebaut werden.

* Weg mit den grünen Ampeln an der linken Fahrbahnseite bei Tunnels mit Gegenverkehr. Ein rotes "X" in Form eines Spursignales soll die Autolenker vor Gegenverkehr warnen.

Der ÖAMTC appelliert an alle Autofahrer besonders bei Tunnelfahrten den Mindestabstand von 50 Metern strikt einzuhalten. Die 50 Meter entsprechen etwa zwei Lkw-Zügen oder auch der Länge einer Pannenbucht in Tunnels. In einigen Tunnels gibt es bereits Videoanlagen, die den Sicherheitsabstand zwischen Kraftfahrzeugen überwachen und messen.

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ÖAMTC-Pressestelle/Michael Holzinger

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