• 19.02.2004, 10:38:58
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ÖAMTC fordert Entschärfung der tödlichen Tunnelportale

Falsches Grünlicht darf nicht zur Geisterfahrt verleiten

Wien (ÖAMTC-Presse) - Tunnelfahrten sind nirgendwo in Europa so
gefährlich wie in Österreich. Das zeigt der laufende ÖAMTC-Tunneltest
mit führenden Tunnelexperten aus ganz Europa. "Noch gefährlicher als
die einröhrigen Tunnels sind die Zonen bei den Tunnelportalen", weiß
ÖAMTC-Tunnelexperte Willy Matzke. Denn dort wird der Verkehr auf
jeweils eine Fahrspur pro Richtung zusammengeführt. Diese
Gegenverkehrsbereiche können nicht durch eine Leitwand abgesichert
werden, weil sonst beispielsweise überbreite Sondertransporte den
Tunnel nicht passieren können.

Falsch gesetzte Ampelsignale an den Tunnelportalen sind dem
Tunnelexperten des Clubs ein weiterer Dorn im Auge. "An vielen
Tunnelportalen leuchtet nämlich noch immer auch an der linken
Tunnelwand trotz Gegenverkehrs ein grünes Ampelsignal. Nachweislich
sind die Unfälle an den Portalen auch auf die 'Grünlichlicht-Fallen'
zurückzuführen", weiß Matzke. Dabei gibt es längst eine Anordnung des
Verkehrsministeriums, die das Abschalten der grünen Ampeln an der
linken Seite vor und in Tunnels mit Gegenverkehr vorsieht. "Im
hochrangigen Straßennetz der ASFINAG ist man dieser Anordnung
vielfach nachgekommen. Im Straßennetz, das unter die Verantwortung
der Länder fällt, leuchtet es noch immer grün auf der linken Seite
der Tunnels mit Gegenverkehr", kritisiert der ÖAMTC-Tunnelexperte.

Matzke bringt Beispiele für vorbildhaft abgesicherte
Tunnelportale: Beim bestens abgesicherten Felbertauern Tunnel weist
ein Rotlicht an der linken Tunnelseite auf Gegenverkehr hin.
Akzeptabel abgesichert ist auch der restaurierte Leermoser Tunnel.

Als "tickende Zeitbombe" im österreichischen Tunnelnetz betrachtet
Matzke den Landeck Tunnel: Grünlicht auf beiden Seiten könnte
Autofahrer zum Benützen der Gegenverkehrspur verleiten.

Der ÖAMTC verlangt deshalb zur Erhöhung der Sicherheit im Tunnel
die Verwirklichung folgender Maßnahmen:

* Zweite Röhren auf allen mehrspurigen Fernstraßen, wie das die
EU-Tunnelrichtlinie auch vorschreibt. In Österreich müssen der
Pfänder-, Roppener-, Katschberg- und der Tauern Tunnel rasch
zweiröhrig ausgebaut werden.

* Weg mit den grünen Ampeln an der linken Fahrbahnseite bei Tunnels
mit Gegenverkehr. Ein rotes "X" in Form eines Spursignales soll die
Autolenker vor Gegenverkehr warnen.

Der ÖAMTC appelliert an alle Autofahrer besonders bei
Tunnelfahrten den Mindestabstand von 50 Metern strikt einzuhalten.
Die 50 Meter entsprechen etwa zwei Lkw-Zügen oder auch der Länge
einer Pannenbucht in Tunnels. In einigen Tunnels gibt es bereits
Videoanlagen, die den Sicherheitsabstand zwischen Kraftfahrzeugen
überwachen und messen.

(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Michael Holzinger

OTS0069    2004-02-19/10:38

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