Ransmayr, Peymann und Beil lesen zweimal im ausverkauften RadioKulturhaus

Wien (OTS) - Am 29. Februar und 1. März liest der medienscheue Autor Christoph Ransmayr, der Anfang Februar mit dem Bertolt-Brecht-Literaturpreis ausgezeichnet wurde, mit Claus Peymann und Hermann Beil aus seinem Erzählband "Die Verbeugung des Riesen". Von einsamen Orten am Rand der Welt erzählt das freundschaftliche Trio - eine sinnlich-literarische Reise im Großen Sendesaals. Beide Veranstaltungen sind ausverkauft. Ein Mitschnitt wird am 20. März in "Ö1-Extra" (22.45 Uhr) im Rahmen des Ö1-Schwerpunktes anlässlich des 50. Geburtstages von Christoph Ransmayr ausgestrahlt.****

Die Bühne in völligem Dunkel, aus der Tiefe des Hintergrunds zucken Lichtblitze, Christoph Ransmayr, Hermann Beil und Claus Peymann treten auf. Der Hintergrund wechselt in tiefes Blau, schmale Stühle, ein weißes Zelt auf einer Rasenfläche - je nach Situation werden nun die Erzähler Position und Imagination wechseln: vom Biwak übers Partyzelt zum Wüstenzelt der Nomaden.

Vom Erzählen handelt die erste Geschichte dieses Abends "Die Erfindung der Welt"; vom Sammeln, um erzählen zu können, von all den Fragen vor den ersten Sätzen, von keinen Antworten: "Während er zu schreiben beginnt, wird ihm die Welt zu einem vollkommen stillen Raum". Christoph Ransmayr geht aus diesem stillen Raum hinaus auf die Bühne, erfahrene Theatermenschen wie Claus Peymann und Hermann Beil sind an seiner Seite, sie sind ihm seit langem verbunden, sie wissen um sein Werk, um sein Leben. Sie wissen, dass er in West Cork in Irland lebt, aber eigentlich Weltreisender ist: auf allen Kontinenten wandernd, nie ohne zu schauen, zu prüfen, zu schreiben. Auf Reisen -an Orte geheimnisvoll klingender Namen, an Orte ungewisser Sehnsucht, führt dieser Abend der "Verbeugung des Riesen" im RadioKulturhaus.

Nachdem Christoph Ransmayr "Die Erfindung der Welt" gelesen hat, widmet sich Claus Peymann der Geschichte über das Kino von Pottuvil "The Last Picture Show". Der ehemalige Burgchef und jetzige Leiter des Berliner Ensembles erntet in Berlin mit seinen literarischen Abenden von Brecht über Tabori bis Bernhard und Ransmayr große Erfolge. Die Geschichte der "Last Picture Show" setzt Sturmfluten, Dammbrüchen, mordenden Armeen im Osten Sri Lankas eine tempelähnliche Ruine entgegen: das zerschossene Kino von Pottuvil. "Was sei schließlich schöner und leichter als ein Theater, dessen Helden, Krieger, Heilige und Könige, ja sogar Sturmfluten und Elefanten aus Licht! bestünden, aus nichts anderem als Licht."

Claus Peymanns langjähriger Weggefährte Hermann Beil, Dramaturg, Regisseur und intellektuelle Autorität porträtiert anschließend "Einen glücklichen Menschen", den Ransmayr im westlichen Himalaya getroffen hat. Yakbutter und Dörrfleisch im Tausch gegen Taschenmesser und Handschuhe, ein Hölderlin-Gedicht und eine kleine Flasche spielen eine große Rolle.

Von einsamen Orten am Rand der Welt konzentriert sich Christoph Ransmayr im permanenten Unterwegssein auf das Wesentliche, um Stillstand zu vermeiden. "Wer nicht bleiben kann, was er ist, muss sich verwandeln" - bis zur nächsten Geschichte, der letzten, der titelgebenden des Abends: "Die Verbeugung des Riesen". Diese komödiantische "Wallfahrt im Südchinesischen Meer" wird Christoph Ransmayr, der im März seinen 50. Geburtstag feiert, wieder selbst erzählen.

Ransmayr-Schwerpunkt in Österreich 1

Anlässlich Ransmayrs Geburtstages am 20. März stehen vier Sendungen auf dem Programm von Österreich 1: Am 17.3. liest Rolf Boysen in den "Radiogeschichten" Ransmayrs Erzählung "Fatehpur" (11.40 Uhr, Ö1). Für "Im Gespräch" am 18.3. gab Ransmayr Michael Kerbler eines seiner seltenen Interviews (21.01 Uhr, Ö1). Am 20. März, dem 50. Geburtstag Ransmayrs, sendet Österreich 1 den Mitschnitt der szenischen Lesung "Die Verbeugung des Riesen" ("Ö1 extra", 22.45 Uhr, Ö1) und Ransmayrs Dankesrede zur Verleihung des Bertolt-Brecht-Literaturpreises (23.40 Uhr, Ö1). Weitere Informationen zum Programm des RadioKulturhauses und Österreich 1 gibt es im Internet unter http://radiokulturhaus.ORF.at und http://oe1.ORF.at .(hb)

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