Maut-Cordoba

Wien (OTS) - Von Martin Fritzl

Lange, lange ist es her, seit sich die Österreicher den übermächtigen deutschen Nachbarn einmal so richtig überlegen fühlen durften. Gut, die heimischen Skiasse fahren den deutschen regelmäßig um die Ohren, aber das wird in Deutschland kaum registriert. So sind doch schon 26 Jahre vergangen, seit Hans Krankl anno 1978 mit seinen Toren in Cordoba dem heimischen Nationalstolz so richtig auf die Sprünge half. Jetzt also die Lkw-Maut. In Österreich funktioniert sie - mit heimischer Technologie - klaglos, Deutschland erlebt ein bitteres (und teures) Debakel. Dass Österreich auf eine bewährte und sichere Technologie gesetzt hat, während Deutschland sich an Zukunftsweisendes heranwagte, zählt da nicht wirklich.
Das Image Deutschlands ist angekratzt, und zwar ausgerechnet im sensiblen Bereich der Hochtechnologie. Nicht zum ersten Mal: Die Neigetechnik-Züge des deutschen Schienenfahrzeug-Hersteller Adtranz funktionieren nicht, die deutsche Autoindustrie muss immer häufiger peinliche Rückrufaktionen für ihre Autos starten. Die Marke "Made in Germany" hat kräftige Dellen abbekommen - was dem Land auf Dauer teurer kommen kann, als die Ausfälle durch fehlende Lkw-Maut.
Jetzt werden kräftige Anstrengungen notwendig sein, wenigstens bei der Lkw-Maut das Ruder noch herumzureißen. Zumindest in Ansätzen funktioniert das System ja: Als einmal ein Pferd auf die Autobahn trabte, wurde es vom deutschen System richtig klassifiziert: Zwei Achsen, keine Mautpflicht!

Rückfragen & Kontakt:

Die Presse
Chef vom Dienst
Parkring 12a
1015 Wien
Tel.: (01) 514 14-445
E-Mail: chefvomdienst@diepresse.com

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PPR0001