"Programmierter Misserfolg"

Der Geschäftsführer der Pharmig, Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, sieht die Generika-Initiative von Wiener Ärztekammer und Wiener Gebietskrankenkasse scheitern.

Wien (OTS) - "Die Generika-Initiative von Wiener Ärztekammer und Wiener Gebietskrankenkassa wird ein Misserfolg", prophezeit Erhard P. Geisler, Geschäftsführer der Branchenvereinigung Pharmig, da sie auf völlig falschen Voraussetzungen beruhe. "Faktum ist: Der Preisabstand zwischen Originalpräparat und Generikum liegt in Österreich nicht, wie von der Wiener Gebietskrankenkasse behauptet, bei 23 Prozent, sondern durchschnittlich bei maximal 8 Prozent", so Geisler. Grund dafür sei die Preispolitik des Hauptverbands. Sobald ein neues Generikum auf den Markt komme, werde der Preis des Originalpräparats sofort gesenkt, sodass die Preisdifferenz nur noch 0 bis 8 Prozent betrage. "Das heißt aber, dass die Einsparpotenziale durch Generika bereits weitgehend ausgeschöpft sind", betont Geisler. "Wie die Wiener Gebietskrankenkasse heuer durch eine Erhöhung des Generika-Anteils auf 45 Prozent 2,6 Millionen Euro einsparen will, ist mir daher ein Rätsel."

Bei einem so geringen Preisabstand sei es sowohl den Ärzten, als auch den Patienten nur schwer zu erklären, warum sie unbedingt auf Generika umsteigen sollen. Pharmig-Chef Geisler: "Durch den geringen Preisunterschied fehlt einfach der Anreiz, mehr Generika zu verschreiben. Wenn es nicht so wäre, hätten wir schon längst einen viel höheren Generika-Anteil, etwa auf dem Niveau von Dänemark, wo der Generika-Anteil 50 Prozent beträgt. Dass es in Österreich anders ist, liegt aber an der Preispolitik des Hauptverbands und daran kann auch die beste Werbekampagne nichts ändern."

Grundsätzlich werde von Seiten der Pharmig Kostenbewusstsein im Gesundheitswesen begrüßt. "Doch das Generikum nur um des Generikums willen zu verschreiben, bringt nichts" argumentert der Geschäftsführer der Pharmig. Das sei weder den Ärzten, noch den Patienten zuzumuten. Immerhin beträgt der Anteil der Arzneimittelkosten an den gesamten Gesundheitskosten nur 15,7 Prozent. Wesentlich größere Einsparpotenziale ortet Geisler hingegen im Spitalsbereich, der rund zwei Drittel der gesamten Gesundheitskosten ausmache. "Doch da traut sich offenbar niemand drüber."

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