"help tv" am 18. Februar im ORF: Herzinfarkt-Opfer Frau

Schikane gegen behindertes Kind - Nachbar pocht auf Wegerecht

Wien (OTS) - Barbara Stöckl präsentiert in "help tv" am Mittwoch, dem 18. Februar 2004, um 20.15 Uhr in ORF 2 live aus Graz folgende Themen:

Herzinfarkt-Opfer Frau: Immer mehr junge Frauen erleiden einen Herzinfarkt - Warum Pille und Rauchen das Infarktrisiko drastisch erhöhen

Am Morgen des 5. Mai 2002 wird der damals 30-jährigen Wienerin Petra Bauer im Bad plötzlich übel. Sie bekommt keine Luft mehr, hat starke Krämpfe. Nach der Akutbehandlung kommen die Ärzte im Krankenhaus schließlich zur Diagnose: schwerer Hinterwandinfarkt. Der Fall Petra Bauer ist typisch für das neue Krankheitsbild von Herzinfarkt-Patienten: Was früher als Männerkrankheit galt, trifft heute immer mehr - und auch immer jüngere - Frauen. Im Jahr 2002 erlitten bereits 11.203 Österreicherinnen einen Herzinfarkt. Ursachen sind Rauchen, Pille, Übergewicht und oft auch die Doppelbelastung in Beruf und Familie. "Frauen haben andere Symptome als Männer", weiß Christiane Marko, ärztliche Leiterin und Kardiologin am Rehabilitationszentrum Felbring in Niederösterreich. "Dadurch wird die Herzinfarktgefahr bei ihnen oft nicht rechtzeitig erkannt." Hinzu kommt, dass sich die meisten Patientinnen keine angemessene Erholung gönnen: Nur 13 Prozent aller Herzinfarkt-Patienten gehen in Rehabilitation, davon sind nur ein Drittel Frauen. In "help tv" erklärt die Wiener Kardiologin Claudia Stöllberger, wie man Warnsignale rechtzeitig erkennt und wie Frauen dem Infarktrisiko vorbeugen können. Ein Bericht von Margit Draxl.

Der Trick mit dem Hauptgewinn: Was steckt hinter den Versprechungen vom Millionengewinn in Postwurfsendungen?

"Sie haben gewonnen!" So lautet die frohe Botschaft zahlreicher Postwurfsendungen, die bei Tausenden Österreichern allwöchentlich ins Haus flattern. Dubiose Marketingfirmen werben darin mit allerlei verführerischen Gewinnversprechen: Traumreise, Auto, Bargeld in Millionenhöhe - all das, wovon jeder träumt, wartet angeblich nur darauf, vom glücklichen Gewinner abgeholt zu werden. Doch der angepriesene Gewinn gibt nicht immer Anlass zur Freude. Was so verlockend klingt, ist oft nicht mehr als ein übler Verkaufstrick. Konsumenten werden zur Preisverleihung in ein Gasthaus oder Hotel gelotst und finden sich dort nicht selten auf einer Verkaufspräsentation wieder. Und statt einen Gewinn abzuholen, zahlen viele Besucher letztlich viel Geld für Produkte, die sie im Handel billiger bekommen hätten. "help tv" wollte wissen, was hinter den Versprechungen einer Marketingfirma steckt und hat das Wiener Ehepaar Ledvina bei der Preisverleihung begleitet. Die Veranstalter wollten sich dabei nicht filmen lassen und wurden gegen das Kamerateam sogar handgreiflich. Ein Bericht von Christian Kugler.

Schikane gegen ein behindertes Kind: Eine Wegüberdachung für den schwer kranken Simon soll abgerissen werden, weil der Nachbar auf sein Wegerecht pocht

Simon Bacher aus Vomp in Tirol ist schwerstbehindert: Neben dem Down-Syndrom leidet der 14-Jährige an einer angeborenen Immunschwäche. Schon die kleinste Erkältung kann für ihn lebensbedrohlich sein. Simon kann nicht sprechen, nicht selbstständig gehen und ist rund um die Uhr auf Betreuung angewiesen. Um ihm und seinen Pflegern den Zugang zum Haus zu erleichtern, bauten seine Eltern eine Überdachung für den einzigen Weg zu Simons Heim, der im Winter von Eis und Schnee bedeckt ist. Das 35 Meter lange Dach schützt eine schmale Gasse mit 18 Prozent Gefälle und soll Simon den täglichen Schulweg ermöglichen. "Wir haben ihn im Winter immer getragen, aber er ist jetzt 14 und wir schaffen das nicht mehr", sagt Vater Josef Bacher.
Für den Nachbarn, der nebenan ein Gartenhaus hat, zählt das alles nicht. Der fühlte sich in seinem Wegerecht verletzt, klagte - und bekam Recht! Die Überdachung, die ursprünglich sogar von der Tiroler Landesregierung finanziell unterstützt wurde, soll nun per Gerichtsbeschluss wieder entfernt werden. Als am 4. Dezember 2003 die Exekutoren ausrückten, konnte nur eine Demonstration engagierter Rollstuhlfahrer vor Simons Haus den Zwangsabriss in letzter Minute verhindern. Simons Vater ist fassungslos: "Zählt ein Servitutsrecht in unserer Gesetzgebung mehr als das Recht auf Mobilität?" Nun haben die verzweifelten Eltern eine Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingebracht. Im Studio kämpfen die Bachers nun um das Recht für ihren behinderten Simon. Ein Bericht von Thomas Rilk.

Psychotrend Familienstellen: Die Lösung bei Panikattacken, Essstörungen, Beziehungsproblemen: Familienaufstellungen sind voll im Trend. Aber was bringen sie tatsächlich?

Ob verdrängte Liebesgeschichten, abgebrochene Schwangerschaften oder Streit mit Verwandten: Viele Familien haben ihre "Leichen im Keller". Diese Tabus im Kreise der Liebsten werden dem Haussegen zuliebe gern verschwiegen, gehen den Familienmitgliedern aber tatsächlich oft tief unter die Haut. Die Folgen dieser psychischen Belastung machen sich oft noch Jahre und Generationen später bemerkbar: in Depressionen, Panikattacken, Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Problemen in Beziehungen oder am Arbeitsplatz. Als mögliche Bewältigungsstrategie solcher familiären Geheimnisse haben Familienaufstellungen in den vergangenen Jahren großen Zulauf erfahren. Unter Anleitung eines "Aufstellers" werden dabei die Familienverhältnisse in Rollenspielen nachgestellt und aufgearbeitet. Denn erst wenn die Probleme von den Betroffenen selbst ans Tageslicht gebracht werden, können sie verarbeitet und aufgelöst werden, so der Ansatz dieser Methode. Familienaufstellungen sind der Psychoboom schlechthin: Zu Tausenden hoffen Menschen auf Hilfe bei psychischen Problemen, deren Ursache sie im Familienkreis vermuten. Doch der Wildwuchs an unqualifizierten Familienaufstellern wird von Kritikern seit einigen Jahren mit Sorge beobachtet. Die Methode des populären deutschen Exmissionars Bert Hellinger etwa halten viele sogar für gefährlich. Denn was aussieht wie ein harmloses Spiel, führt bei den Menschen oft zu tiefer Verunsicherung bis hin zu Selbstmordgedanken. In "help tv" berichten Betroffene wie "MA 2412"-Schauspieler Karl Ferdinand Kratzl über positive und negative Erfahrungen mit Familienaufstellungen. Live im Studio zeigt der Sozialtherapeut Kurt Fleischner, wie das Familienstellen funktioniert und erklärt, worauf es bei der Wahl des Aufstellers ankommt. Ein Bericht von Christian Kugler.

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