WGKK und Wiener Ärztekammer 2: "Neue Medikamente für Wien - Die Generikainitiative"

Was bringt der verstärkte Generikaeinsatz für das Wiener Gesundheitswesen?

Wien (OTS) - "Die finanziellen Mittel im Gesundheitswesen sind besonders in den letzten Jahren sehr knapp geworden. Gleichzeitig sind die Medikamentenkosten dramatisch angestiegen. Da ist es ein Gebot der Stunde, dort zu sparen, wo kein Qualitätsverlust für die Patienten droht. Durch die verstärkte Verschreibung von Generika ist das möglich" betonte der Obmann der WGKK Franz Bittner.

Explodierender Madikamentenaufwand

Die Wiener Gebietskrankenkasse hat im Jahr 2003 rund 460 Millionen Euro allein für Heilmittel ausgegeben. Das bedeutet einen Zuwachs von etwa 8 Prozent oder Mehrkosten von über 30 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Kurzfristiges Einsparungspotential über zweieinhalb Millionen

Der Anteil der verordneten Generika an den generikafähigen Präparaten betrug 2003 rund 25 Prozent (2002: 22,5 Prozent). Bei einer Erhöhung des Generikaanteils auf 45 Prozent kann ein Einsparpotenzial von rund 2,6 Millionen Euro für 2004 erzielt werden.

Die Ausgaben der WGKK allein für die beiden Indikationsgruppen Bluthochdruck (Antihypertensiva) und Lipidsenker (Gefäßtherapeutika) betragen rund 90 Millionen Euro pro Jahr. Durch die Ausschöpfung des vorhandenen Generikapotenzials könnten in diesen beiden Gruppen etwa 6 Prozent der Kosten - das wären immerhin 5,5 Millionen Euro -eingespart werden. Die so freigesetzten finanziellen Mittel können für neue und innovative Medikamente genutzt werden.

Mehr Generika ermöglichen mehr innovative Medikamente.

"Ich trete vehement dafür ein, dass die Wienerinnen und Wiener auch in Zukunft die neuesten und wirkungsvollsten - zum Teil extrem teuren - Medikamente zur Verfügung haben, wenn sie benötigt werden. Bei jenen Medikamenten jedoch, deren Wirkstoff nicht mehr patentgeschützt ist und ein wirkstoffgleiches aber viel preisgünstigeres Generikum verfügbar ist, sollte dieses verschrieben werden" so Bittner.

Mehr als ein Drittel aller kassenfreien Medikamente sind Generika

Mehr als ein Drittel der rund 3.000 im Heilmittelverzeichnis gelisteten Medikamente sind Generika. Diese stehen in den unterschiedlichsten Therapiebereichen wie zum Beispiel Depressionen, Bluthochdruck, Magen-Darm-Beschwerden, zu hohes Cholesterin - um nur einige zu nennen - zur Verfügung.

Generikaanteil in Wien noch unterentwickelt

Der durchschnittliche Generikaanteil an den Gesamtverordnungen beträgt in Österreich knappe 11 Prozent. Die Wiener Gebietskrankenkasse bildet mit 8,8 Prozent Generikaanteil gegenwärtig gemeinsam mit der Vorarlberger und der Kärnten GKK das Schlußlicht im Österreich-Vergleich. In anderen Ländern ist der Generikaanteil wesentlich höher: In Schweden beträgt er beispielsweise 30 Prozent, in Deutschland 52 Prozent und in den USA sogar 58 Prozent.

Was halten Ärzte und Apotheker von Generika? - wir haben sie befragt

Eine repräsentative Umfrage der WGKK unter Ärzten und Apothekern zum Thema "Generika" brachte sehr ermutigende Ergebnisse:

Fast 95 Prozent der befragten praktischen Ärzte und 64 Prozent der Apotheker erachteten den verstärkten Einsatz von Generika für sinnvoll. Über 60 Prozent der Ärzte wollen künftig Generika verstärkt in ihre Verordnungsgewohnheiten einbeziehen. Eine deutliche Mehrheit der Ärzte hält Generika und Originärpräparate für gleich wirksam.

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Jan Pazourek
WGKK - Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 60 122 - 2254 oder 0664 - 31 31 794
jan.pazourek@wgkk.sozvers.at
http://www.wgkk.at

Mag. Brigitte Biedermann
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Tel.: (++43-1) 51501/1407
Fax: (++43-1) 51501/1289
biedermann@aekwien.or.at
http://www.aekwien.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WGK0002