WGKK und Wiener Ärztekammer 1: "Neue Medikamente für Wien - Die Generikainitiative"

Geballte Information für Patienten und Ärzte

Wien (OTS) - Jeden Tag werden in Wien mehr als 32.000 Rezepte ausgestellt, auf denen rund 64.000 Medikamentenpackungen verordnet werden. Viele dieser Medikamente sollen in Zukunft so genannte "Generika" sein. Generika sind wirkstoffgleiche "Nachbau-Medikamente" von Originalpräparaten, deren Patentschutzfrist abgelaufen ist. Sie haben gleiche Qualität aber einen günstigeren Preis. Durch den verstärkten Einsatz dieser Medikamente kann - ohne Qualitätsverlust für die Patienten - wertvolles Beitragsgeld der Versichertengemeinschaft gespart werden. Neue generische Medikamente bedürfen jedoch der Akzeptanz der Patienten und der verstärkten Verschreibung durch die niedergelassenen Ärzte. Um das zu erreichen, startet die Wiener Gebietskrankenkasse und die Wiener Ärztekammer eine gemeinsame "Generikainitiative".

Umfassende Patienteninformation

Informierte Patienten haben eher Verständnis für die Umstellung ihrer Medikation von teuren Originalpräparaten auf Generika. Patienteninformation steht daher im Mittelpunkt der "Generikainitiative". Die WGKK will damit auch einen Beitrag zur Erleichterung der Arbeit der Ärzte leisten: Die Überzeugungskraft der Ärzte wird von so manchem Patienten, der sich über einen längeren Zeitraum an "sein" Medikament gewöhnt hat, ziemlich gefordert. "Ich erachte es daher als Pflicht der WGKK, unsere Vertragspartner nach Kräften bei der Überzeugungs- und Informationstätigkeit zu unterstützen" betont der Obmann der WGKK Franz Bittner.

Die WGKK verteilt seit Wochenbeginn 235.000 Informationsfolder für Patienten und affichiert über 3.000 Plakate. Die Medien werden in nahezu allen Wiener Ordinationen, Apotheken und Spitälern aufliegen.

Die Patienteninformation erfolgt

+ in 1.660 Praxen der Vertragsärzte,

+ bei 340 Wahlärzten mit Rezepturrecht,

+ in den 294 öffentlichen Wiener Apotheken,

+ in den Ambulanzen der Spitäler des Wiener

Krankenanstaltenverbundes,

+ im Hanusch-Krankenhaus und in

+ den 17 Bezirksstellen und 5 Gesundheitszentren der WGKK.

Darüber hinaus hat die WGKK bereits zum Jahreswechsel an 310.000 Wiener Pensionisten - gemeinsam mit den Krankenscheinen - ein Informationsblatt zum Thema "Generika" geschickt. Informationen sind auch über die website www.wgkk.at verfügbar.

Hilfe und Information für Vertragsärzte

Die WGKK und die Ärztekammer für Wien haben beschlossen, den Anteil der verordneten Generika zu erhöhen. Konkret wurde eine Anhebung des Generikaanteils im Bereich der generikafähigen Medikamente auf 45 Prozent im Jahr 2004 und auf 62 Prozent im Jahr 2005 vertraglich vereinbart.

Bittner: "Die WGKK möchte die Veränderung der Verschreibweise der Ärzte durch Unterstützung und Dialog und nicht durch Drohungen und Strafen erreichen. Die mit der Wiener Ärztekammer vereinbarten Maßnahmen sind mit Bedacht so gewählt, dass die Therapiefreiheit des einzelnen Arztes nicht eingeschränkt ist. Ich bin froh, dass es gelungen ist, mit der Ärztekammer unter der Führung von Präsident Dorner und Vizepräsident Steinhart - trotz der extrem schwierigen Rahmenbedingungen - diesen neuen und innovativen Weg vereinbaren zu können."

Dazu der Präsident der Wiener Ärztekammer Prim. MR Dr. Walter Dorner: "Wichtig war uns, dass die Ärztinnen und Ärzte nicht gezwungen werden, ein Generikum zu verschreiben. Wir hätten keiner Verknüpfung von Arzneimitteln und den Honoraren zugestimmt. Auch Honorareinbußen oder strikte Sanktionen haben wir immer abgelehnt. Der Arzt darf ja nicht dafür bestraft werden, dass er beispielsweise viele alte Patienten behandelt, deren Medikation nicht mehr auf Generika umgestellt werden kann."

Konkret sind folgende unterstützende Maßnahmen für Vertragsärzte angelaufen:

+ Monatlicher individueller "Generikabrief":

Alle Vertragsärzte erhalten von der WGKK monatlich eine Information über den Generikaanteil bei ihren Verschreibungen und über den entsprechenden Durchschnitt ihrer Fachgruppenkollegen. Durch den regelmäßigen und zeitnahen Erhalt von Vergleichswerten ist der einzelne Arzt viel besser in der Lage, sein "Verschreibeverhalten" zu steuern.

+ Bezirksweise "Medikamentenzirkel":

Die Vertragsärzte werden von der Ärztekammer bezirksweise zu so genannten "Medikamentenzirkeln" eingeladen. Bei diesen Veranstaltungen werden wichtige Informationen zur praktischen Umsetzung einer verstärkten Generikaverschreibung präsentiert und ausgetauscht. Die zweimalige Teilnahme eines Vertragsarztes am Medikamentenzirkel innerhalb eines Jahres wird von der WGKK mit 300 Euro honoriert.

+ "Ökonomieliste":

WGKK und Ärztekammer stellen den Ärzten eine "Ökonomieliste" für Generika zur Verfügung. Diese als Empfehlung zu verstehende "Shortlist" gibt dem Arzt einen schnellen Überblick über wirkstoffgleiche aber kostengünstigere Medikamente und erleichtert so die tägliche Arbeit in der Praxis.

+ Steuerungsgruppe:

Eine aus Vertretern der Ärztekammer und der WGKK zusammengesetzte Steuerungsgruppe soll darüber hinaus die Entwicklung des Generikaanteils sowie der gesamten Heilmittelkosten beobachten und gegebenenfalls geeignete Steuerungsmaßnahmen einleiten.

(Fortsetzung)

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Jan Pazourek
WGKK - Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 60 122 - 2254 oder 0664 - 31 31 794
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http://www.wgkk.at

Mag. Brigitte Biedermann
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
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biedermann@aekwien.or.at
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