Der arme Verschwender: Michael Kreihsl inszeniert ORF-Literaturverfilmung nach Ernst Weiß

Florian Stetter in der Titelrolle, mit Friedrich von Thun, Gerti Drassl, Krista Posch, Ulrich Tukur und Erica Marozsan

Wien (OTS) - Regisseur Michael Kreihsl dreht wieder für den ORF:
Nach erfolgreichen Produktionen wie "Probieren Sie's mit einem Jüngeren", "Tigermännchen sucht Tigerweibchen" und "Jetzt erst Recht!" hat Kreihsl mit "Der arme Verschwender" eine historische Literaturverfilmung in Angriff genommen. Der Film schildert, nach Motiven des gleichnamigen Romans von Ernst Weiß (1882-1940), das Schicksal eines jungen Mannes im Ärztemilieu der Jahrhundertwende, der sein Möglichstes tut und dennoch auf der Strecke bleibt. Die Hauptfigur ist Ernst, ein selbstloser Mensch, der nicht nur seine Liebe an seinen übermächtigen Vater und zwei sehr unterschiedliche Frauen verschwendet, sondern auch sein Talent und sich selbst. Im Mittelpunkt des Films steht der große Vater-Sohn-Konflikt, es geht aber auch um dramatische Schicksale, um Liebe und Tod, Treue und Verrat. Die erste Filmklappe zum "armen Verschwender" fällt heute in der Steiermark, der Hauptdreh beginnt aber erst am 5. März. Als Drehorte dienen dann Schauplätze in Österreich und Ungarn.

In der Titelrolle steht der gebürtige Münchner Florian Stetter vor der Kamera, der 2001 den Max-Ophüls-Preis als bester Nachwuchsdarsteller ("L'amour, l'argent, l'amour") erhielt und 2003 mit 25 Jahren bereits Adolf-Grimme-Preisträger wurde ("Die Freunde der Freunde"). Bei den Salzburger Festspielen gibt Stetter im aktuellen "Jedermann"-Ensemble den Mammon. Den patriarchalischen, autoritären Vater verkörpert Friedrich von Thun. Gerti Drassl ("Hainburg") und Erica Marozsan spielen die beiden Frauen, die das Leben von Ernst bestimmen: Drassl in der Rolle des Dienstmädchens und späteren Ehefrau, Marozsan als Ernsts Jugendliebe und spätere Geliebte. In der Rolle der Mutter wird Krista Posch zu sehen sein, einen vorgesetzten Chefarzt spielt Ulrich Tukur. Den 1936 erschienenen Roman von Ernst Weiß, den Literaten wie Alfred Döblin oder Thomas Mann mit Joseph Roths "Radetzkymarsch" und Stefan Zweigs "Die Welt von gestern" verglichen, hat Regisseur Michael Kreihsl nach Bearbeitung von Walter Wippersberg zum Drehbuch umgeschrieben. Hergestellt wird die österreichisch-ungarisch-polnische Koproduktion von epo-film, ORF, Mythberg Films Ungarn, Apple Film Polen, u. a. mit Unterstützung des Filmfonds Wien.

Mehr zum Inhalt des Films:

Das Leben von Ernst bestimmen drei Menschen: der patriarchalische, autoritäre Vater und berühmte Augenarzt sowie zwei Frauen. Immer wieder wird Ernst, gleichfalls Arzt, von seinem über alles geliebten Vater enttäuscht und kann sich doch nicht von ihm abwenden. Die beiden Frauen, zwischen denen Ernst steht: Vally, das ehemalige Dienstmädchen seiner Eltern, das ihn mit einer vorgetäuschten Schwangerschaft zur Heirat zwingt, und die polnische Komtess Eveline, seine Jugendliebe, die später seine Geliebte wird und ihm ein Kind schenkt, bei dessen Geburt sie stirbt. Das Kind ist jedoch nicht von ihm.
Ernst trennt sich zwar im Zorn von seiner Frau, als er erfährt, dass Vally erst später, nach der Heirat schwanger wurde. Er sorgt aber weiterhin für sie und den gemeinsamen Sohn. Er wird Arzt, überlebt den Kriegseinsatz an der Ostfront, steht dem Vater immer wieder bei. Erst als er miterleben muss, dass ihn der eigene Vater um den Ruhm einer medizinischen Entdeckung geprellt hat, will er mit ihm nicht mehr zu tun haben.
Dann überrascht ihn Eveline, und es scheint als würde er nun endgültig eigene Wege gehen. Ehe aber die Trennung von Noch-Ehefrau Vally ein ernstes Thema wird, stirbt die Geliebte bei der Geburt ihrer Tochter, die nicht von Ernst ist.
Allen Widrigkeiten zum Trotz, geht Ernst dennoch seinen Weg und schafft es schließlich, sich nicht nur gegen den Vater zu behaupten, sondern mit seinem Elternhaus, seiner Ehefrau, samt adoptiertem Kind der verstorbenen Geliebten Frieden zu schließen.

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