"Weltjournal" am 18. Februar im ORF: Weg zur Wiedervereinigung Zyperns ist frei

Wien (OTS) - Annette Scheiner präsentiert im "Weltjournal" am Mittwoch, dem 18. Februar 2004, um 22.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Zypern: Der Weg ist frei

Nach drei Jahrzehnten der Teilung ist auf Zypern der Weg zur Wiedervereinigung frei. Am 21. April werden im türkischen Norden und im griechischen Süden Volksabstimmungen durchgeführt. Zu Stande gebracht hat diesen Durchbruch UNO-Generalsekretär Kofi Annan, der den politischen Führern beider Seiten ein Ultimatum gestellt hat. Im Hintergrund die Fäden gezogen hat der türkische Ministerpräsident Erdogan, der angesichts der EU-Ambitionen seines Landes den starrköpfigen Volksgruppenführer der türkischen Zyprioten, Rauf Denktasch, zum Einlenken gezwungen hat. Jetzt wird es an der Bevölkerung selbst liegen, ob der Weg zur Einigung auch tatsächlich beschritten wird. Alexander Steinbach ist nach Zypern gefahren, um herauszufinden, ob die Zeichen unter Türken und Griechen auf Einigung stehen.

Iran: Das Ende der Reformer

Die Parlamentswahlen im Iran am kommenden Freitag drohen zu einer Farce zu werden. Der Wächterrat der Mullahs hat Hunderte reformorientierte Kandidaten von der Wahl ausgesperrt, der konservative Klerus ist dabei, die Macht wieder vollkommen an sich zu reißen. Präsident Khatami, der vor mehr als sechs Jahren - getragen von der Hoffnung der Jugend - einen überzeugenden Wahlsieg gefeiert hatte, scheint zu resignieren - und mit ihm die Bevölkerung. Es gibt keine Demonstrationen, keinen Protest - nicht einmal die Studenten mucken auf. Unter der Oberfläche aber brodelt es, denn die Gesellschaft hat sich längst modernisiert. Elke Safaei-Rad berichtet aus dem Iran über das - vorläufige - Ende der Reformer.

Iran: Das Scheitern der Hoffnung

Das Scheitern der Reformbewegung im Iran belegt auch das Scheitern der Hoffnungen, die die Menschen im Iran vor einem Vierteljahrhundert in die islamische Revolution gesetzt hatten. Anfang Februar 1979 war Ayatollah Khomeini unter dem begeisterten Jubel der Bevölkerung aus dem Exil heimgekehrt. Seine Utopie eines islamischen Gottesstaates bedeutete für viele vom autoritären Schah-Regime unterdrückten Iraner die Hoffnung auf ein freieres und gerechteres Leben. Heute aber hat sich eine Diktatur der Mullahs etabliert, die Reformen verhindert und der Demokratie enge Fesseln anlegt. Die meisten Iraner - zwei Drittel sind unter 30 - haben die Schah-Zeit nicht mehr erlebt und können auch einem Gottesstaat nichts abgewinnen. Sie wollen mehr Freiheit. Lorenz Gallmetzer zeichnet den Weg der gescheiterten Revolution nach und hat in Paris - wo Khomeini und später auch dessen erster Regierungschef Bani-Sadr im Exil waren - den führenden Iran-Experten Farhad Khosrokhavar um seine Einschätzung gebeten.

Brasilien: Ein Popstar für Arme

In diesen Tagen gehen wieder die Bilder des größten und buntesten Karnevals um die Welt: Rio de Janeiro, Bahia und Recife werden zum alljährlichen Schauplatz der ausgelassenen Lebensfreude. Ein tagelanger Rausch der Sinne, auf den die Einwohner Brasiliens das ganze Jahr hinfiebern, der die bittere Armut und das tägliche Elend vergessen machen soll. Dass die Musik aber auch dazu dienen kann, fern des medienwirksamen Karnevalrummels gegen die Missstände im Lande anzukämpfen, zeigt das Beispiel des Popstars Netinho. Der selbst aus einem Armenviertel stammende Schlagersänger versucht in einer wöchentlichen TV-Show, den Bedürftigen konkret zu helfen und betreibt ein umfangreiches Hilfsprogramm für Kinder in den Favelas. Das "Weltjournal" bringt eine Reportage über den Popstar, der Armut lindert, vor allem aber Hoffnung gibt.

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