DER STANDARD-Bericht "Auch Homepage des Finanzministeriums im Zwielicht"

Fragen zur Vergabe - FP hinter Rechnungshofchef - Von Michael Bachner - Ausgabe vom 17.2.2004

Wien (OTS) - Durch die Homepage- Affäre von Finanzminister Karl-Heinz Grasser rückt nun die Auftragsvergabe zur Neugestaltung der Ministeriums- website in den Mittelpunkt des Interesses. Das Finanzministerium bestreitet alle Inkorrektheiten. Der 50.000-Euro-Auftrag sei November 2000 nach einem "objektiven EU- weiten zweistufigen" Verfahren vergeben worden. Als Sieger des Verfahrens kristallisierte sich die Firma FirstInEx heraus, die kurz da^rauf auch mit Grassers privater Homepage beauftragt wurde.

Die YLine-Tochter war erst im April 2000 gegründet worden und hatte im Bereich Homepage-Erstellung keine Vorerfahrungen oder Referenzprojekte vorzuweisen. Der heutige FirstInEx-Chef Christoph Oßberger sagte am Montag zum Standard: "Wir waren definitiv keine Web- Agentur, sondern die erste Business-to-Business-Plattform für die Versicherungswirtschaft." Die Opposition und Oßberger vermuten, dass die Beziehung Grassers zum damaligen FirstInEx-Chef Dieter Jandl die Auftragsvergabe begünstigt haben könnte.

Rechnungshofpräsident Franz Fiedler erklärte, seine Behörde werde nicht Grassers Homepage, sondern Fragen der Steuergerechtigkeit prüfen. Die FPÖ stellte sich voll hinter die von der ÖVP kritisierten RH-Prüfung. Führende Verfassungsexperten forderten einen Untersuchungsausschuss.

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