Harmonisierung: Prinzipiell offen für junge Allianz

ÖGJ fordert gerechte Harmonisierung schon lange

Wien (ÖGJ/ÖGB). "Für Gespräche mit der jungen ÖVP sowie allen anderen Jugendorganisationen steht die ÖGJ jederzeit gerne zur Verfügung, wenn sie auf eine Pensionsharmonisierung im Interesse aller ÖsterreicherInnen und Österreicher abzielen", zeigt der Bundessekretär der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Mario Lindner, prinzipielle Zustimmung zur den Vorschlägen von ÖVP-Jugendobfrau Silvia Fuhrmann. Fuhrmann hatte eine "Junge Allianz" gefordert, die für eine Pensionsharmonisierung eintritt, die ab einem bestimmten Stichtag für alle ÖsterreicherInnen gelten soll. "Dafür stehen ÖGB und ÖGJ mit ihrem Konzept der 'Österreich-Pension' seit langem - es freut mich, dass endlich auch aus der Jungen ÖVP Unterstützung für eine Stichtagsregelung kommt", erklärt Lindner.++++

Interessant könne noch werden, ob es Fuhrmann auch gelingen werde, ihre eigene Partei von der Notwendigkeit einer Harmonisierung, die für alle gleichermaßen gilt, zu überzeugen. "Bisher will die Bundesregierung nur die zukünftigen Pensionen der heute unter 35-Jährigen harmonisieren. Womit eine gerechte Harmonisierung erst in 30 Jahren Wirklichkeit wäre", weist Lindner auf die offensichtlich sehr unterschiedlichen Auffassungen Fuhrmanns und ihrer Mutterpartei hin.

Besonders wichtig ist der Gewerkschaftsjugend, dass auch in Zeiten, wo die jungen Menschen nicht selbst für ihre Pension einzahlen können, für sie vorgesorgt wird: "Das Pensionskonzept des ÖGB garantiert, dass sich Präsenz- oder Zivildienst sowie Kindererziehungszeiten später nicht in massiv kleineren Pensionen niederschlagen werden." Ähnliches müsse auch für die Arbeitslosigkeit gelten, verlangt der ÖGJ-Bundessekretär. (fk)

Die Forderungen des ÖGB zur Pensionsharmonisierung:

+ "gleiche Leistungen für gleiche Beiträge"
+ 45/65/80: Nach 65 Lebensjahren und 45 Versicherungsjahren erhält man 80 Prozent des durchschnittlichen Lebenseinkommens als Pension
+ pro Versicherungsjahr werden 1,78 Prozent der jeweiligen Beitragsgrundlage auf dem persönlichen Pensionskonto gutgeschrieben und jährlich wertangepasst
+ auf dem persönlichen Pensionskonto-Auszug steht schwarz auf weiß, wie hoch die zu erwartende Pension zum jeweiligen Zeitpunkt ist
+ Wahlfreiheit: wer früher in Pension gehen will oder muss, soll das weiterhin dürfen - mit entsprechenden Abschlägen
+ echte Harmonisierung: Ab einem Stichtag gilt die Österreich-Pension für alle. Im alten System erworbene Pensionsansprüche werden unverändert berücksichtigt, ab dann werden die Ansprüche nach dem neuen System erworben
+ besonders Schwerarbeit muss berücksichtigt werden
eigenständige Alterssicherung für Frauen: Kindererziehungszeiten werden angerechnet
+ ja zum solidarischen Umlagesystem: die Pensionen dürfen nicht von der unsicheren Börsenentwicklung abhängig gemacht werden
+ der Lebensstandard im Alter muss gesichert sein - auch ohne private Zusatzpension
+ Rücknahme der Pensionsreform 2003

ÖGB, 16. Februar 2004
Nr. 088

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