VP-Hahn: Wiens Gemeindespitälern droht der Finanzkollaps

SPÖ-Lethargie gefährdet qualitative und quantitative Gesundheitsversorgung Wiens

Wien (VP-Klub): "Die derzeitige intransparente 'Loch-auf-Loch-zu'-Finanzierung des Wiener Krankenanstaltenverbundes muss endlich auf eine solide Basis gestellt werden", forderte der Gesundheitssprecher der Wiener ÖVP, Stadtrat Dr. Johannes Hahn, in seiner heutigen Pressekonferenz. Immerhin gehe es beim KAV um rund 32.000 Mitarbeiter, über 400.000 stationäre und rund 5 Millionen ambulante Patienten.

"Gerade bei einem derart gigantischen Wirtschaftsunternehmen wie dem KAV sind Eigenmittelhalbierungen innerhalb eines Geschäftsjahres, der massive Zuwachs an Fremdkapital und die enorme Rücklagenauflösung zur Aufrechterhaltung des laufenden Betriebes untragbar", kritisiert Hahn. Auch Zwischenfinanzierungen aus Mittel, die der Wirtschaftsförderung entzogen werden, seien mehr als fragwürdig. Erst heute habe die SP-Mehrheit beschlossen, 25 Mio. Euro aus diesem Topf zum KAV umzuleiten."

Optimale Mittelnutzung statt Einsparungen

Das Finanzierungsabkommen mit der Stadt Wien laufe im Jahr 2005 aus. Die Kündigungsfrist aber ende schon am 30. Juni 2004. Um einem Kollaps im Wiener Spitalswesen vorzubeugen seien umgehend Verhandlungen zur Neugestaltung der Finanzierung aufzunehmen. "Es geht dabei nicht um Netto-Einsparungen", betont Hahn, "sondern vielmehr um nachhaltige Strukturveränderungen. Ein Quantensprung in der Schnittstellenproblematik zwischen Akut- und Pflegebereich ist erforderlich. Da liegen die wahren Potentiale", meint Hahn

So seien massiv tagesklinische Strukturen aufzubauen. Vieles, was heute stationär behandelt werde, könnte auch tagesklinisch erfolgen. Auch müssten die Leistungen dort erbracht werden, wo es menschlich und ökonomisch am sinnvollsten wäre. Ein Ausbau der mobilen Pflege und eine Dezentralisierung der Pflege sei dringend erforderlich. "Mit derartigem Maßnahmen könnte aus heutiger Sicht der Akut-Spitalsbereich um bis zu 2.500 Betten entlastet werden. Die pflegerische Betreuung in einem akut-stationären Bett kostet ebensoviel, wie die pflegerische Betreuung von drei Personen im niedergelassenen Bereich", rechnet der ÖVP-Wien Gesundheitssprecher vor. All das sei raschest in Angriff zu nehmen.

Bürgermeister Häupl habe in Interviews erkennen lassen, dass er sich dieser Problematik bewusst sei. "Jetzt sind aber strukturelle Veränderungen gefordert, damit die quantitative und qualitative städtische Gesundheitsversorgung auch weiterhin im gewohnten Ausmaß zur Verfügung stellen kann. Es geht nicht um Einsparungen im Gesundheitsbereich, sondern um eine Optimierung der Geldmittel, um sich die neuen medizinischen Möglichkeiten leisten zu können", betonte Hahn abschließend.

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