Ferrero-Waldner erreicht bei kroatischem Außenminister Lösung für Importsperre für österreichisches Rindfleisch

Bilaterale Beziehungen und kroatische Beitrittsbestrebungen im Mittelpunkt der Gespräche

Wien (OTS) - Außenministerin Benita Ferrero-Waldner traf heute den kroatischen Außenminister Miomir Zuzul zu einem einstündigen Arbeitsgespräch in Wien und ereichte im Fall der seit der BSE-Seuche bestehenden kroatischen Importsperre für österreichisches Rindfleisch eine Zusage von Minister Zuzul, eine Lösung bis 1. März zu finden.

Die Gespräche der beiden Minister standen ganz im Zeichen der traditionell engen und freundschaftlichen Beziehungen beider Länder. Bei der Pressekonferenz anlässlich des Besuches erklärte Ferrero-Waldner mit Blick auf die guten Beziehungen: "Diese gehen nicht nur auf die ferne Geschichte zurück, als wir in einem gemeinsamen Staat gelebt haben, sondern vor allem auf die Zeit der Selbständigwerdung Kroatiens, als Außenminister Alois Mock der kroatischen Regierung volle Unterstützung gewährt hat und als Kroatien unter österreichischem Vorsitz im UN Sicherheitsrat im Mai 1992 Mitglied der Vereinten Nationen wurde."
Den Blick auf die Zukunft gerichtet, fügte die Außenministerin hinzu:
"Ich habe meinem neuen kroatischen Amtskollegen versichert, dass wir Kroatien auch bei der Annäherung an die EU unterstützen werden."

Die Bestrebungen Kroatiens, möglichst bald der EU beitreten zu können, bildeten ein Hauptthema der Gespräche. Ferrero-Waldner hob besonders die Reformbemühungen der neuen kroatischen Regierung hervor. So wurden erstmals 8 Vizeministerposten mit Angehörigen der serbischen Volksgruppe besetzt. Weitere wichtige Fortschritte sah die Außenministerin auch in dem Bemühen um gute und konstruktive Beziehungen zum Nachbar Slowenien, ebenso wie zum Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Im Hinblick auf die baldige Antwort der EU-Kommission auf das kroatische Beitrittsgesuch meinte Ferrero-Waldner: "Mein kroatischer Amtskollege und ich hoffen, dass die Europäische Kommission in ihrem Avis diese Fortschritte entsprechend würdigen wird. Ein positiver Avis wäre die beste Voraussetzung für einen Beschluss des Europäischen Rates - wenn möglich bereits im Juni diesen Jahres - über die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen und die Zuerkennung des Status eines Beitrittskandidaten an Kroatien."

Ferrero-Waldner unterstrich auch die wirtschaftliche Bedeutung der erfolgreichen bilateralen Beziehungen: "Österreich liegt mit etwa einem Viertel aller bisherigen Auslandsinvestitionen seit der Unabhängigkeit Kroatiens weiter an erster Stelle aller Investorenländer. Die österreichischen Exporte sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Sie sind mittlerweile knapp 3 Mal so hoch wie 1995. Kroatien mit seinen etwa 4,3 Millionen Einwohnern gehört damit zu den wichtigsten Exportmärkten Österreichs." Die beiden Minister erörterten auch Möglichkeiten zur weiteren Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für österreichische Unternehmen in Kroatien. Weitere Gesprächspunkte bildeten die laufenden Verhandlungen über ein Restitutionsabkommen zwischen Österreich und Kroatien, die Zusammenarbeit im Rahmen regionaler Kooperation und die Lage am Balkan.

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