DOKUmente: Die Liebe der "Alemana" zu Fidel Castro

"Lieber Fidel. Maritas Geschichte" am 18. Februar in ORF 2

Wien (OTS) - Der Diktator ist auch im hohen Alter allgegenwärtig. Soeben hat er US-Präsident George Bush bei einer öffentlichen Veranstaltung mittels Bush zugeschriebenen Zitaten verspottet. Doch auch bei anderer Gelegenheit sorgt Fidel Castro für Aufmerksamkeit:
Marita Ilona Lorenz, genannt "Alemana", schaut fern und sieht den alten Fidel Castro beim Baden im Meer. "He Süßer, alter Knacker, ich liebe dich noch", ruft sie. Jetzt sitzt sie verarmt in einem dumpfen Loch in New York, aber sie hat den Plan, Fidel wiederzusehen, nie aufgegeben. Er war und ist ihre große Liebe, obwohl er ihr übel mitgespielt hat. "Lieber Fidel", mit diesen Worten beginnt Marita einen Brief an Castro. Darin kündigt sie an, dass sie mehr als 40 Jahre nach ihrer ersten Begegnung wieder nach Kuba kommen will. "Lieber Fidel. Maritas Geschichte", ein Film von Wilfried Huismann in der Bearbeitung von Helene Maimann, ist in der Reihe "DOKUmente" am Mittwoch, dem 18. Februar 2004, um 23.15 Uhr in ORF 2 zu sehen.

Marita kam 1959, wenige Wochen nach der Revolution, als Kapitänstochter an Bord eines deutschen Schiffes nach Havanna, jung, schön und temperamentvoll und ließ sich bereitwillig vom Revolutionshero Castro verführen. Es folgen achteinhalb Monate Liebe und Leidenschaft. Mit einer erzwungenen Abtreibung im sechsten Monat ist die Seligkeit abrupt zu Ende. Sie verlässt Kuba und geht nach Amerika, arbeitet zuerst für das FBI, dann für den CIA. Sie erhält den Auftrag, Fidel mit einer Giftkapsel zu ermorden. "Die Liebe war stärker", sagte die heute über 60-Jährige. Als sie Fidel in einem Hotel in Havanna wiedertrifft, führt sie ihren Auftrag nicht aus, sondern landet ganz im Gegenteil wieder mit ihm im Bett.

Nach der misslungenen Attentatgeschichte gerät sie zwischen die Fronten des Kalten Krieges. Später arbeitet sie mit anderen Mitgliedern eines CIA-Mordkommandos zusammen, darunter ist auch der mutmaßliche Kennedymörder Lee Harvey Oswald. Als sie nach Jahren im Zuge neuer Ermittlungen im Mordfall John F. Kennedys darüber spricht, ergibt das für den CIA Erklärungsbedarf. Sie spioniert für das FBI, verkehrt in den höchsten Mafiakreisen und wechselt ständig die Fronten. 1981 trifft sie Fidel Castro noch einmal in Kuba. "Fidel hat mein Leben ruiniert", sagt Marita, "aber es war wunderschön."

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0004