Mehr Mobilität für Behinderte

Wien (OTS) - In unserer schnelllebigen Welt bedeutet Mobilitätsverlust in weiterer Folge Isolation. Die Broschüre "Straßenraum für alle" richtet sich an alle Verkehrsplaner und Straßenerhalter, um ihnen die Grundprinzipien behindertengerechter Planung näherzubringen.

"Mobilität ist ein Grundbedürfnis für jeden Menschen. Besonderes Augenmerk sollte auf die Umsetzung barrierefreier Maßnahmen für geh-und sehbehinderte Menschen gelegt werden, um auch ihnen diese Mobilität zu ermöglichen", so Vizekanzler Infrastrukturminister Hubert Gorbach anlässlich der Erscheinung der Broschüre "Straßenraum für alle".

Barrierefreies Miteinander

Zur Bewältigung des Alltags sind geh- und sehbehinderte Menschen oft auf fremde Hilfe angewiesen. Zumindest im Straßenverkehr kann durch die Errichtung eines adäquaten Verkehrssystems Abhilfe geschaffen werden, indem man die Mobilitätschancen behinderter Menschen erhöht. "Mobilitätseingeschränkte Personen, die bei ihrem täglichen Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen an nicht-behindertenfreundlichen Gehsteigen oder öffentlichen Verkehrsmitteln, an Einbauten, die den Gehweg/Gehsteig verengen, Gehsteigkanten, die zu hoch oder Kreuzungsbereiche die unübersichtlich angelegt sind, scheitern, befinden sich auf dem besten Wege zur ungewollten Isolation:
Barrierefreiheit lautet die Devise!" befürwortet Verkehrsminister Hubert Gorbach Maßnahmen zur Umsetzung der Barrierefreiheit für Behinderte.

Straßenraum für alle

Die Broschüre "Straßenraum für alle" des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), stellt eine wesentliche Grundlage für behindertengerechte Planung dar. Die Planung für jene, die am stärksten durch äußere Einschränkungen behindert werden - Menschen die im Rollstuhl sitzen, Blinde und Sehbehinderte - bilden den Schwerpunkt der Broschüre.
"Behindertengerechte Straßenraumgestaltung sollte keine Frage der Finanzen, sondern eine der Einstellung und des Know-how sein. Oft sind es nur kleine Details die große Erleichterung für behinderte Menschen mit sich bringen, sofern sie bei der Planung rechtzeitig berücksichtigt werden", so Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Grundsätzlich sollte man sich zu Beginn jeder Straßenraumgestaltung folgende Fragen stellen:

  • Welche Anforderungen stellt der einzelne Mensch an den öffentlichen Raum?
  • Welche Aktivitäten werden wo ausgeführt?
  • Wie und mit welchem Tempo kann sich der einzelne Mensch fortbewegen?

Orientierungshilfen für blinde Menschen

Gesehen zu werden und die Aufmerksamkeit der anderen VerkehrsteilnehmerInnen auf sich zu ziehen ist von größter Bedeutung für die Verkehrssicherheit von Blinden und Sehbehinderten. In ihrem gewohnten Umfeld können sich sehbehinderte Personen in der Regel gut orientieren. In unbekanntem Gelände finden sie sich jedoch nur schwer zurecht. Flächendeckende Leitsysteme, die zu Kreuzungen mit akustischen Signalanlagen führen, sind für eine selbständige Mobilität unbedingt zu empfehlen. Doch auch Hindernisse können sehbehinderten Menschen zum Verhängnis werden. Objekte, die in Brust-oder Kopfhöhe montiert sind, sind für blinde Menschen nicht wahrnehmbar und somit höchst gefährlich. Vom Briefkasten über Mauervorsprünge, Werbetafeln bis zu schlecht gesicherten Baustellen finden sich im Straßenraum eine Vielzahl solcher Objekte.

Behindertenfreundliche Gehwege

Gehwege sollten immer so angelegt werden, dass wichtige Punkte auf direktestmöglichem Weg verbunden sind. Umständliche Wegführungen erschweren sehbehinderten Menschen die Orientierung und bescheren RollstuhlfahrerInnen und gebrechlichen Menschen vermeidbare Anstrengungen. Umwege bedeuten für Menschen mit Behinderungen einen großen Mehraufwand. An stark befahrenen Straßen und Plätzen muss der Gehweg/Gehsteig so dimensioniert werden, dass der Schutz der FußgängerInnen vor dem angrenzenden Verkehr gewährleistet ist.

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