Silhavy: Regierung versteckt Sozialbericht im Ausschuss!

Wien (SK) Auf der Tagesordnung des heutigen Sozialausschusses steht neben dem Hauptthema Pensionen auch der Sozialbericht. Die Regierung scheut augenscheinlich den breiten Dialog mit der Öffentlichkeit und plant den Bericht im Ausschuss endzuerledigen, also nicht im Plenum zu diskutieren. "Dies ist angesichts der Ergebnisse der Studie auch fast schon verständlich", erklärte SPÖ-Sozialsprecherin Heidrun Silhavy am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst und zeigt anhand einiger Beispiele die für viele Österreicherinnen und Österreicher gar nicht rosige Situation auf. ****

Durchschnittseinkommen

Das durchschnittliche Brutto-Jahreseinkommen unselbständig Beschäftigter betrug im Jahr 2000 20.757 Euro. Bei Frauen lag es bei 14.976 Euro; für Männer bei 25.093 Euro.

Verteilung auf Haushalte

Das Markteinkommen verteilt sich recht unterschiedlich auf die einzelnen Haushalte. So muss sich das unterste Fünftel von Haushalten mit 8 Prozent des Markteinkommens aller Haushalte begnügen. Auf das oberste Fünftel entfallen hingegen rund 35 Prozent der Markteinkommen. In vielen Fällen reicht das Erwerbseinkommen nicht aus, einen mittleren Lebensstandard zu finanzieren. Besonders benachteiligt sind dabei alleinerziehende Frauen und Familien mit nur einem Einkommen.

Einkommensschere Frauen-Männer

Männer erzielen im Schnitt immer noch um rund 68 Prozent mehr Einkommen als Frauen. Der Anteil der Frauen in der Berufsgruppe der Hilfskräfte beträgt 62 Prozent und lediglich 28 Prozent in jener der Führungskräfte. Die deutlichen Einkommensunterschiede entstehen nicht nur aufgrund der unterschiedlichen Stellung in der betrieblichen Hierarchie, sie sind auch zwischen den Geschlechter bei gleicher Ausbildung bei annähernd gleicher Wochenzeit feststellbar. Insgesamt betragen die Einkommensnachteile bei Vollerwerbstätigkeit bei Frauen um 18 Prozentpunkte.

Armutsgefährdung

Neueste Daten belegen, dass aktuell sieben Prozent der Bevölkerung akut von Armut betroffen sind. Das bedeutet einen Anstieg um drei Prozentpunkte in den letzten drei Jahren.

Das Armutsgefährdungsrisiko ist bei Frauen mit 13 Prozent höher als jenes von Männern mit 9 Prozent. Während etwa eine halbe Million Frauen armutsgefährdend sind, betrifft dies "lediglich" 340.000 Männer. 200.000 Frauen und 110.000 Männer sind als akut arm zu bezeichnen. Etwa ein Viertel der Ein-Personen-Haushalte lebt unter der Armutsgefährdungsschwelle, darunter 68.000 Personen in akuter Armut.

Aber auch Ein-Personen-Haushalte ohne Pensionen und ohne Kinder haben ein größeres Risiko in Armutsgefährdung zu geraten. Es betrifft etwa 84.000 Personen, davon sind 37.000 Personen in akuter Armut. Kinderreiche Familien und Alleinerziehende sind mit einem überdurchschnittlichen Armutsrisiko konfrontiert. Alleinerziehende im Besonderen auch hinsichtlich der akuten Armut. Armutsgefährdung betrifft 170.000 Personen in kinderreichen Familien sowie 70.000 Alleinerziehende. Nicht zuletzt führt auch der Anstieg atypischer Beschäftigungsverhältnisse zu einer Zunahme der "working poor". Die Armutsgefährdungsquote von Personen in einem unbefristeten Beschäftigungsverhältnis ist mit vier Prozent lediglich halb so hoch, wie von Personen mit zeitlich befristeten Arbeitsverträgen (9 Prozent). Auch Teilzeitarbeit ist mit einem höheren Armutsrisiko verbunden. (Schluss) wf/mp

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