Prammer: Hertha Firnberg Auszeichnungen der SPÖ-Frauen anlässlich des 10. Todestages der großen Sozialdemokratin

Wien (SK) Die ehemalige Wissenschaftsministerin und
langjährige SPÖ-Frauenvorsitzende Hertha Firnberg verstarb morgen vor 10 Jahren, am 14. Februar 1994. Die SPÖ-Frauen nahmen sich diesen runden Todestag zum Anlass, um der großen Sozialdemokratin eine eigene Homepage zu widmen (unter www.frauen.spoe.at/hertha firnberg) und zwei Auszeichnungen nach ihr zu benennen. "Die 'Hertha Firnberg Anerkennung' ist gedacht für Frauen, die bemerkenswertes nach feministischen Grundsätzen und im Sinne der SPÖ-Frauen geleistet haben und die 'Hertha Firnberg Auszeichnung' geht an verdiente Funktionärinnen", erklärte SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer. ****

Hertha Firnberg sei, so Prammer, in einer Reihe mit den großen Sozialdemokratinnen Adelheid Popp, Gabriele Proft oder Rosa Jochmann zu nennen. Firnberg, die aus bürgerlichem Hause stammt, hat sich schon früh, in der Mittelschule, den Sozialdemokraten angeschlossen. Während ihres Studiums wurde sie mit frauenfeindlichen Ressentiments konfrontiert, woraufhin sie vom juristischen Fach zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte wechselte. Die absolute Antifaschistin machte sich nach dem Krieg in der niederösterreichischen Arbeiterkammer einen Namen als Expertin für Sozialstatistik, Sozialgeschichte und -politik. 1959 wurde sie Bundesrätin und war bereits als Favoritner Bezirksvorständin mit dem Slogan "Mehr Arbeiterkinder an höhere Schulen aufgefallen". Vier Jahre später wurde sie Nationalrätin. Dem Parlament gehörte sie bis 1983 an.

1970 wurde Firnberg von Bruno Kreisky mit dem Aufbau des neu errichteten Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung beauftragt. "Hertha Firnberg konnte beweisen, dass Frauen nicht bloß als 'Alibifrauen' oder mit Frauen-Agenden in der Regierung vertreten sein können, sondern für alle Funktionen in Staat und Gesellschaft geeignet sind", betonte Prammer. Zu einem ihrer größten Erfolge als Wissenschaftsministerin gehört sicherlich die Hochschulreform im Jahr 1975, welche zur Demokratisierung der Universitäten geführt hat. Abschaffung der Studiengebühren und Schaffung von Stipendien, Schulbuchaktion und Schulfreifahrt sind weitere Meilensteine ihrer Tätigkeit als Wissenschaftsministerin. "All das hat dazu geführt, dass es vermehrt auch Frauen möglich war, höhere Bildung zu erlangen - ein Bildungsschub bei Frauen setzte ein, der bis heute anhält", so Prammer.

In den vierzehn Jahren (1967 bis 1981) ihrer Tätigkeit als Vorsitzende der sozialistischen Frauen sind Österreichs Frauen der Gleichberechtigung ein ganz entscheidendes Stück näher gekommen. "Während dieser Zeit hat sich frauenpolitisch mehr verändert als in all den Jahren zuvor seit dem Bestehen der Zweiten Republik", sagte Prammer. Die zwei wesentlichsten Reformen in den 70er-Jahren gehen auf die Bemühungen Hertha Firnbergs zurück: Die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs durch die Fristenregelung und die Gleichstellung der Geschlechter durch die Familienrechtsreform. Denn bis 1975 galt der Mann als "Haupt der Familie", der beispielsweise seiner Frau die Berufstätigkeit untersagen konnte.

"Vor allem aber vertrat Hertha Firnberg eine eindeutige Position bezüglich der Diskriminierung von Frauen im Berufsleben. Sie sah das Recht auf Arbeit als ein Menschenrecht, das für alle gilt, auch für die Frauen, für die Mütter. Und entsprechend waren für die große Vorkämpferin für die Gleichberechtigung der Frauen die Rahmenbedingungen zu gestalten. Mit dieser Einstellung hat sie für die Frauen in diesem Land viel geleistet", so Prammer abschließend. (Schluss) up

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