Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt. Bund ATX DAX DJ Ind. je EUR 3m 10y 13.Feb 04 1,281 2,07% 4,11% 1787,3 4117,9 10694,1 6.Feb 04 1,252 2,08% 4,22% 1739,0 4044,7 10495,6 Veränderung -2,32% -0,01%Pkt -0,10%Pkt 2,77% -1,81% -1,89%

Wie die ersten europäischen Daten zum Wirtschaftswachstum im Schlußquartal 2003 zeigen, hat sich die konjunkturelle Erholung noch nicht gefestigt. In Deutschland hat das reale BIP im vierten Quartal nur um 0,2 Prozent Q/Q zugelegt. Vor allem der Außenhandel bremste das Wachstum, während die Inlandsnachfrage kräftig zunahm. In Frankreich stieg die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal um 0,5 Prozent Q/Q. Für die Eurozone - die Daten werden noch heute veröffentlicht - erwarten wir einen Anstieg des BIP um 0,4 Prozent Q/Q. In den USA beherrschte die Rede Greenspans vor dem Kongreß die Kapitalmärkte. Der US-Notenbank-Chef Alan rechnet angesichts der kräftigen Konjunkturbelebung in den USA auch mit einer baldigen spürbaren Belebung des US-Arbeitsmarktes, der bis jetzt dem Wirtschaftswachstum ungewöhnlich stark hinterher hinkte.

Greenspan bekräftigte wegen fehlenden Inflationsdrucks und unterausgelasteten Produktionskapazitäten die abwartende Haltung der Fed. Die Geldmarktsätze befinden sich sowohl in den USA (3 Mo Libor:
1,12%) als auch in der Eurozone auf sehr niedrigem Niveau und daran sollte sich in naher Zukunft wenig ändern.

Die Rede Greenspans und vor allem die Aussage, daß die Fed geduldig zuwarten könne, bevor sie ihre expansive Geldpolitik ändere, führten beiderseits des Atlantiks zu Kursgewinnen bei Staatsanleihen. Hier sehen wir im Verlauf der nächsten Woche ein gewisses Korrekturpotential. Die Konjunkturdaten aus den USA (17.2:
US-Industrieprod. Jän., ZEW-Index Feb.; 19.2.: US-Frühindikator Jän. ) sollten die dynamische realwirtschaftliche Entwicklung in den USA und den günstigen Ausblick in Europa bekräftigen und folglich zu leicht höheren Renditen führen. Die ebenfalls zur Veröffentlichung anstehenden Inflationsdaten werden den fehlenden Inflationsdruck bestätigen und den Renditeanstieg nach oben hin begrenzen - wir erwarten in beiden Wirtschaftsräumen bei 10-jährigen Anleihen 4,15%.

An den Aktienmärkten konnten die meisten Indizes im Wochenverlauf zulegen. Für die kommende Woche erwarten wir weiterhin moderate Zuwächse. Die Aussicht auf anhaltend niedrige Zinsen sorgt für gute Finanzierungsbedingungen der Unternehmen und die zur Veröffentlichung anstehenden Daten sprechen ebenfalls für ein positives ökonomisches Umfeld.

An den Devisenmärkten hat der Dollar seine Talfahrt auch diese Woche fortgesetzt. Spekulationen auf weiterhin niedrige US-Zinsen hatten die US-Währung weiter geschwächt. Obwohl die G7-Staaten nach ihrem Treffen in Florida vor großen Wechselkursschwankungen gewarnt haben, glauben wir nicht, daß die EZB intervenieren wird. Da wir nächste Woche vorwiegend günstige US-Daten erwarten, sollte der Dollar im Wochenverlauf nur moderat abwerten - unser Kursziel liegt bei 1,285 Dollar/Euro. Der Schweizer Franken hat sich zum Euro unerwartet stark auf knapp 1,58 Franken/Euro abgeschwächt, nachdem es zum Dollar in Folge der Greenspan Rede zu einer Kursstabilisierung kam. Der Aufwertungsdruck zum Dollar bleibt unserer Einschätzung zufolge erhalten und so sollte der Franken zum Euro bald wieder leicht stärker werden. Der Japanische Yen dürfte zum Dollar noch auf 105 Yen (aktuell: 105,32) aufwerten und somit den Yen/Euro Wechselkurs über die kommende Woche relativ stabil bei aktuellen 135 halten.

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