neunerHAUS fordert Sozialticket für Obdachlose nach Linzer Vorbild

Reiter: "Wien soll Linz werden: Nulltarif für die, die nichts haben - Halbpreis für die, die wenig haben!"

Wien - Der Verein neunerHAUS begann heute im Rahmen einer Straßenaktion damit, Unterschriften für die Einführung eines "Sozialtickets" für die öffentlichen Verkehrsmittel in Wien zu sammeln. Diese Petition wird dann an Sozialstadträtin Dr. Elisabeth Pittermann und die neue Hauptverantwortliche für die Wiener Linien im Vorstand der Wiener Stadtwerke, Dr. Gabriele Payer, übergeben.

Aus der täglichen Arbeit in einem innovativen Wohnhaus für ehemals obdachlose Menschen im 3. Bezirk in Wien kennt das neuerHAUS-Team die Problematik, dass obdachlose Menschen immer wieder in Polizeihaft genommen werden, weil sie beim Schwarzfahren erwischt werden und die fällige Gebühr nicht zahlen können. Durch die ständig steigenden Folgekosten wird der Weg der Schuldenregulierung und Re-Integration für die Betroffenen noch schwieriger. Die Einführung eines Sozialtickets könnte verhindern, dass sich arme Menschen durch die "Doppelbestrafung" fürs Schwarzfahren immer weiter verschulden müssen.

Zugleich ist es absurd, Menschen, die sich keine Fahrscheine leisten können, von der legalen Benützung öffentlicher Verkehrsmittel auszuschließen. "Der Zugang zu Mobilität ist gerade für die Jobsuche oder die Teilhabe am sozialen und gesellschaftlichen Leben ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Integration von Obdachlosen", so der geschäftsführende
neunerHAUS-Obmann Mag. Markus Reiter.

Während PensionistInnen in Wien unabhängig von der Höhe ihrer Pension Anspruch auf Halbpreisticktes haben, zahlen Menschen, die unter dem Existenzminimum leben, den Vollpreis. "Es fällt schwer, Verständnis dafür aufzubringen, wo doch in Linz ein Sozialtarif für Obdachlose, Flüchtlinge und SozialhilfebezieherInnen längst selbstverständlich ist," so Reiter weiter.

Daher der Vorschlag des neunerHauses: Nulltarif für die, die nichts haben und Halbpreis für die, die wenig haben! Als Einkommensgrenze für den Nulltarif könnte der Sozialhilferichtsatz (derzeit EUR 390,33) gelten, für die Halbpreiskarte die Höhe des Ausgleichszulagenrichtsatzes (Mindestpensionshöhe) von 624,78 EUR.

Rückfragehinweis: Verein neunerHAUS, Mag. Katarina Rohsmann 01/714 77 78, Mag. Markus Reiter 0664/490 58 95, neunerhaus.verein@chello.at, www.neunerhaus.at

Rückfragen & Kontakt:

Pressereferat, Grüner Klub im Rathaus, Tel.: 4000 - 81814, http://wien.gruene.at

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