Natura 2000: Keine EU - Erweiterung für den Kaiseradler!

Grüne gegen generellen Baustopp von Windrädern in NÖ

St. Pölten (Grüne) - "Die aktuelle Natura 2000 Karte bietet immer neue Kuriositäten", so der Grüne LtAbg. Martin Fasan. Eines der wichtigsten Vogelschutzgebiete befindet sich am Rand der March/Thaya Auen im nördlichen Weinviertel. Der im Sommer erzielte Kompromiss sah vor, einen 3 -6 km breiten Vorlandbereich der March/Thaya - Auen bei Rabensburg/Thaya zum Vogelschutzgebiet zu erklären. Die Begründung dafür war, dass dieses Gebiet Nahrungs- und Lebensraum für die Vogelarten Kaiser- und Seeadler, Weißstorch und Wiesenweihe bietet. Insbesondere der Kaiseradler ist eine der seltensten Greifvogelarten Europas. Unmittelbar hinter der tschechischen Grenze brüten zwei Paare, deren Hauptnahrungsgebiet auf österreichischer Seite in genau dem oben erwähnten Aulandgebiet liegt.

Dennoch wurde jetzt auf die Ausweisung dieses Schutzgebietes verzichtet. Was nach der EU-Erweiterung für alle Tschechen und Österreicher gilt, bleibt dem Kaiseradler versagt. Sein Lebensraum wird nur auf tschechischer, nicht aber auf österreichischer Seite geschützt. Es ist schwer vorstellbar, dass die EU - Kommission diesen Dilettantismus akzeptiert. "Dieser Unsinn zeigt, dass die aktuelle Natura 2000 Karte eingestampft gehört", so Fasan.

Fasan: "Richtig ist, dass sich die Vogelschutzrichtlinie und die Ökostrom - Förderungsrichtlinien der EU widersprechen. In Vogelschutzgebieten kann man keine Windräder errichten. Dies ist aber noch lange kein Grund, einen generellen Stopp für Windkraftanlagen auszurufen, wie LR Sobotka dies in Erwägung zieht. Niemand verkündet jemals etwa einen Bewilligungsstopp für Transitautobahnen, obwohl die Schäden dadurch tatsächlich erheblich sind - und zwar überall."

Selbstverständlich kann nach Ansicht der Grünen die Raumordnung hier eingreifen und eine geordnete Entwicklung forcieren. "Aber genehmigungsfähige Anlagen muss man genehmigen. Sobotka kann allerdings bei der EVN einen freiwilligen Baustop für Windräder erwirken, denn da ist das Land Mehrheitseigentümer und kann sich in Selbstenthaltung üben", so Fasan abschließend.

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