Häupl: Wer sich der Geschichte nicht stellt, wird die Zukunft nicht bewältigen!

Gedenken an den 70igsten Jahrestag des 12. Februar 1934 im Karl-Marx-Hof

Wien (SPW) "Der 12. Februar ist für uns vor allem ein Bedenktag, denn wir tragen nicht, wie es so schön heißt, die Asche in die Zukunft. Zum 70igsten Jahrestag des Bürgerkriegs ist dieses gemeinsame Bedenken angebracht: Es soll erinnert werden an die unmittelbaren Ereignisse und einmal mehr an die große Zahl der Opfer", sagte der Vorsitzende der SPÖ Wien, Bürgermeister Michael Häupl im Rahmen der Gedenkveranstaltung "70 Jahre 12. Februar" am Donnerstagabend im Karl-Marx-Hof.****

Häupl kritisierte, dass in den Medien wieder revisionistische Thesen von der "geteilten Schuld" zwischen Opfern und Tätern auftauchen würden. Zwar habe es auch "Fehleinschätzungen und strategische Fehler" gegeben, aber die Sozialdemokratie sei in dieser Auseinandersetzung immer "auf der Seite der Demokratie, des Rechts und der Solidarität mit der Arbeiterbewegung gestanden", betonte Häupl. Dagegen hätten die Christlich-Sozialen schon lange vor dem 12. Februar "Abschied von der Demokratie, in Wahrheit von der Republik" genommen und sich auf eine militärische Auseinandersetzung vorbereitet. "Es kann keine geteilte Schuld zwischen Täter und Opfer geben", erteilte Häupl solchen Interpretationen eine klare Absage. Wie schon in der Frage der NS-Vergangenheit und der Verstrickung vieler Österreicher in den Nationalsozialismus, plädierte der Wiener Bürgermeister für eine "ehrliche und offene Auseinandersetzung" über die Zwischenkriegszeit. "Wer sich nicht der Geschichte stellt, wird die Zukunft nicht bewältigen", so Häupl.

In Zusammenhang mit dem Gedenktag verwies der Bürgermeister auch auf den 200. Todestag Immanuel Kants. Dessen philosophisches Werk sei gerade im Zeitalter des "inhumanen" Neoliberalismus von größter Aktualität. Häupl stellte Kants Philosophie des Friedens und der Toleranz dem Gedankengut jener entgegen, "die glauben die Welt mit Hass, Krieg und Antidemokratie regieren zu können". Die Erinnerung an den 12. Februar sei in diesem Sinne eine "Mahnung für den sozialen Zusammenhalt und Humanismus in der Gesellschaft einzutreten", betonte Häupl abschließend. (Schluss) tr

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