Monti kennt sich bei uns nicht aus

Die von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti behaupteten Mindesthonorare für Ingenieurkonsulenten und Architekten sind in Österreich nicht existent

Wien (OTS) - Die in den letzten Wochen immer wieder berichtete Forderung der EU-Wettbewerbshütern nach Liberalisierung für die Dienstleistungen freier Berufsgruppen greift aus Sicht der Ingenieurkammer in Österreich nur teilweise.

Der Vorsitzende der Wiener Ingenieurkonsulenten, Dr. Thomas Müller-Hartburg sieht in Montis Initiative den Beweis mangelnder Branchenkenntnis. Müller-Hartburg: "Von einer Einschränkung des Wettbewerbes durch die gegenwärtigen Honorarordnungen könne im Bereich von Ingenieur- und Architektenleistungen nicht gesprochen werden. Die Honorarordnung hat keinen gesetzlich-verbindlichen Charakter - so etwas wie einen fixen und garantierten Honorarsatz gibt es für uns schon lange nicht mehr." Die Liberalisierung sei im Bereich der Ingenieurleistungen längst Wirklichkeit. Im Gegenteil zu den Ansichten des EU-Wettbewerbkommissars stellt sich der Wettbewerb aus Sicht der heimischen Ziviltechniker zur Zeit sogar besonders hart dar. Das stetig geringer werdende Bauvolumen und die damit einhergehenden Rückgänge bei Planungsaufträgen heizen zwar die Konkurrenz an und drücken die Preise. Wettbewerbspräsentationen werden immer ruinöser.

Für den Kunden sei dies aber nur scheinbar ein Vorteil. Müller-Hartburg: "Der Götze Preis-Wettbewerb ist für unsere Auftraggeber nur in gewissem Ausmaß ein Segen - wenn im ganzen EU-Markt nur die bloßen Zahlen zählen, bleibt die Qualität nämlich auf der Strecke. Die Standards der Planung fallen, die Folgekosten -zum Beispiel für Reparaturen - steigen." Das haben mittlerweile auch schon die öffentlichen Auftraggeber in Wien leidvoll eingesehen. Statt purem Kostendumping hat die Gemeinde am 25.11.2003 sogar in einer Resolution eine stärkere Hinwendung zum Qualitätswettbewerb beschlossen.

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