RSO Wien gastiert mit der Uraufführung von Cerhas "Requiem" am 27.2. im Wiener Konzerthaus

Wien (OTS) - Das Radio-Symphonieorchester Wien unter Chefdirigent Bertrand de Billy spielt am 27. Februar im Wiener Konzerthaus die Uraufführung des "Requiem" von Friedrich Cerha. Ö1 überträgt ab 19.30 Uhr live.

Friedrich Cerha, der Doyen der österreichischen Komponisten, ist dem Radio-Symphonieorchester Wien seit langem verbunden - im Februar wird diese Zusammenarbeit mit einem weiteren Höhepunkt fortgesetzt:
Am 27.2. wird das RSO unter seinem Chefdirigenten Bertrand de Billy Cerhas jüngstes Werk, das im Auftrag der Wiener Konzerthausgesellschaft entstandene "Requiem", im Konzerthaus uraufführen. Neben dem Slowakischen Philharmonischen Chor, der vor kurzem gemeinsam mit dem RSO Wien bei der konzertanten Aufführung von Guiseppe Verdis "I masnadieri" gefeiert wurde, konnten die deutsche Mezzosopranistin Iris Vermillion und der polnische Bariton Wojtek Drabowicz als Solisten für dieses Konzertereignis gewonnen werden.

Der Komponist über sein Werk: "Die Auseinandersetzung mit dem Tod trifft jeden; er ist in den Mythen und Religionen gesehen worden als die Schwelle zum Dunkeln - ins Nichts, ins Nirwana, in die Wiedergeburt, zum Gericht. Am liturgischen Requiemtext haben mich zunächst die verzweifelten Hilferufe gepackt, das ‚Befreie mich', das ‚Libera me'. Ich habe für das ‚Requiem der Versöhnung', das anlässlich des 50. Jahrestages des Endes des 2. Weltkrieges von 14 Komponisten der am Krieg beteiligten Staaten geschrieben wurde, die Teile ‚Requiem', ‚Kyrie' und ‚Libera me' komponiert. Seither ist verschiedentlich der Wunsch an mich herangetragen worden - der auch der meine war -, das Stück durch die übrigen Texte zu komplettieren, und ich habe das von 2001 bis 2003 getan. Ich wollte der christlichen Furcht vor dem Tag des Gerichts und der Hoffnung auf einen gerechten Richter und ein ewiges Leben Texte gegenüberstellen, die die Trostlosigkeit ewiger Wiederkehr des Gleichen und die Tragik des endgültigen Vergehens alles Irdischen zum Vorwurf haben. Ich habe sie schließlich in einem kleinen (Gedicht)-Zyklus ‚De profundis' gefunden, den ich in einer Krisensituation Ende der 50er Jahre verfasst habe. Ich stellte die Gedichte in einer Art Interlinearverfahren zwischen die liturgischen Texte. Hauptträger in den Requiemtexten ist der Chor, die Gedichte sind den beiden Solostimmen - Mezzosopran und Bariton - vorbehalten. Kompositionstechnisch habe ich viele Verfahren, die ich in meinem langem Leben entwickelt habe - ineinander verwoben - angewendet."

Am 20. Februar wird das RSO Wien unter Bertrand de Billy im Rahmen der RadioKulturhaus-Reihe "Klassische Verführung" den französischen Pianisten Pascal Rogé bei seiner Interpretation der Klavierkonzerte von Maurice Ravel und George Gershwin begleiten. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr, Moderator ist Wilhelm Sinkovicz. In Ö1 ist der Mitschnitt des Konzertes am 1. März um 10.05 Uhr zu hören.

In der Reihe "Aus dem Konzertsaal" strahlt Ö1 am 20. Februar ab 19.30 Uhr einen Mitschnitt des RSO-Konzertes vom 22. Jänner aus. Unter der Leitung von Bertrand de Billy erklingen Igor Strawinskys Ballett "Jeu de Cartes", Maurice Ravels "Daphins et Chloe" und Frederic Chopins Klavierkonzert No. 2 f-Moll. Solistin ist Elisabeth Leonskaja.(ih)

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