ÖAMTC: Biokraftstoff ist gut, Partikelfilter noch viel wichtiger

Die Beimischung von Biodiesel darf sich nicht im Preis auswirken

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Das Beimischen von Biokomponenten in den Diesel ist sinnvoll und gut, für den Konsumenten darf sich aber beim Preis nichts ändern", fordert ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang. Viel wichtiger im Sinne des Umweltschutzes ist es, alle Dieselfahrzeuge mit Partikelfiltern auszustatten: Durch den Einbau von Partikelfiltern können Ruß-Emissionen auf nahezu Null abgesenkt werden.

Eine bereits im Mai 2003 verabschiedete Biokraftstoff-Richtlinie der EU sieht vor, den Anteil von Biokomponenten im Diesel in den EU-Mitgliedsländern bis Ende 2005 auf rund zwei Prozent, bis 2010 auf 5,75 Prozent zu erhöhen. In Österreich gibt es Pläne, eine fünfprozentige Beimischung von Biodiesel vorzuziehen. Was Biokomponenten im Diesel für Fahrzeug und Umwelt bringen und was das Endprodukt kosten darf, hat ÖAMTC-Cheftechniker Lang zusammengefasst:

* Wie sich Biokomponenten im Diesel auf das Fahrzeug auswirken:
Bioanteil darf nicht mit reinem Biodiesel verwechselt werden, der für das Auto "verträglich" sein muss. "Notwendig ist, darauf achten, ob der Autohersteller für den Betrieb mit reinem Biodiesel für das jeweilige Modell eine Freigabe erteilt hat", erklärt Lang. Eine fünfprozentige Beimischung von Biodiesel hingegen ist absolut unkritisch.

* Was Biokraftstoff kosten darf:
In Österreich ist Biodiesel billiger als herkömmlicher Diesel. "Wenn ein billiges Produkt einem teureren beigemischt wird, dann kann der Endpreis somit nicht höher sein", stellt Lang fest. Rechnet man die Mehrkosten der Zumischung dazu, darf sich am Preis nichts ändern. In Teilen Deutschlands beispielsweise können Autofahrer schon ab Mitte Februar Sprit mit fünf Prozent Biokraftstoff tanken. Die beigemischten Biokomponenten sind - ebenso wie in Österreich - von der Mineralölsteuer befreit. Die Mehrkosten der Zumischung machen sich für den Konsumenten daher nicht bemerkbar, weil das "gemischte" Produkt maximal den gleichen Preis hat. "Wenn schon nicht billiger, dann zumindest den Preis unverändert lassen", wiederholt Lang die Forderung des ÖAMTC.

* Was Biokomponenten im Diesel der Umwelt bringen:
Biodiesel wird aus Pflanzen (Raps) erzeugt und wirkt sich daher in der CO2-Bilanz günstig aus. "Während des Wachstums vernichten die Pflanzen CO2", erklärt Lang. "Daher ist die CO2-Bilanz für Biodiesel positiv."

Viel wichtiger im Sinne der Umwelt ist es aber, alle Dieselmodelle serienmäßig mit Partikelfiltern auszustatten. Wiederholt hat der ÖAMTC gefordert, dass bei der Ausrüstung der Dieselautos mit Partikelfiltern nicht ein halber Schritt nach vorne gemacht wird, sondern ein ganzer. Derzeit müssen Neuwagenkäufer tief in die Geldtasche greifen, wollen sie mit ihrem neuen Auto rußfrei unterwegs sein. Die zusätzlichen Kosten sind kein Argument für Autohersteller, Partikelfilter nicht serienmäßig anzubieten. Durch die breite Ausrüstung der Fahrzeuge mit Partikelfiltern lassen sich die Kosten schnell reduzieren. Die gleiche Diskussion gab es vor Jahren auch bei den Airbags. Heute sind vier Luftsäcke Standard, manchmal sind sogar sechs Airbags serienmäßig.

Der Appell des ÖAMTC-Cheftechnikers an die Autohersteller: Alle ihre Modelle mit Diesel-Partikelfiltern serienmäßig auszustatten. Der Club sieht außerdem die Politik gefordert, den Einbau von Partikelfiltern finanziell zu unterstützen: "Es geht darum, schneller Fahrzeuge mit Partikelfiltern in Umlauf zu bringen. Ist die Nachfrage erst einmal da, wird auch das Angebot der Fahrzeugindustrie steigen", ist Lang überzeugt.

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ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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