Sima zu sieben Jahre Gen-Mais-Importverbot: "Konsequente Gentechnik-Politik macht sich bezahlt!"

Uttl. "Bundesweite Regelungen für gentechnikfreie Zonen überfällig. Nach Moratorium-Fall droht Lawine von Gentech-Pflanzen" =

Wien (SK) Bundesweite Regelungen für die Schaffung von gentechnikfreien Zonen forderte heute SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima anlässlich des 7. Jahrestages des Gen-Mais-Importverbots. "Die bisherige konsequente Anti-Gentech-Politik Österreichs auf EU-Ebene hat sich bezahlt gemacht, denn das Importsverbot wurde anfangs von andern Mitgliedstaaten milde belächelt. Mittlerweile hält es sich schon das 7. Jahr, obwohl die Kommission nach maximal drei Monaten darüber hätte entscheiden müssen", erinnerte Sima. Dem Import-Verbot des Novartis-Gen-Mais sind noch zwei weitere gefolgt (Gen-Mais Mon 810 und Gen-Mais T 25),die ebenfalls bis heute in Kraft sind. Der kritischen Haltung Österreichs haben sich laut Sima kurz darauf auch andere Staaten angeschlossen, was im Juni 1999 schließlich zu einem Moratorium führte, das eine Neu-Zulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen auf EU-Ebene bisher verhindert hat. "Nun droht dieses Moratorium jedoch zu fallen und die Bundesregierung hat bislang keine bundeseinheitlichen Regelungen geschaffen, um für diesen Fall vorzusorgen", kritisiert Molekularbiologin Sima. ****

Es gebe etliche Initiativen von einzelnen Bundesländern, wie in Kärnten, Oberösterreich, dem Burgenland oder Salzburg. "Dies ist positiv, dennoch bedarf es einer einheitlichen Regelung auf Bundesebene, ansonsten droht ein Chaos wie im Tierschutzbereich, wo es bekanntlich eine Aufsplittung in unterschiedliche Ländergesetze gibt", so Sima. "Mit dem Fall des Moratoriums droht aufgrund der langen Liste der eingereichten Anträge eine Lawine von Neu-Zulassungen, es müssen daher rasch Maßnahmen getroffen werden. Für die Konsumenten und Bauern, die die Gentechnik mehrheitlich entschieden ablehnen, muss auch künftig die Wahlfreiheit zwischen gentechnisch veränderten und unveränderten Produkten garantiert sein", forderte Sima.

Die EU-Kommission mache enormen Druck, so hat sie den Mitgliedstaaten erst kürzlich - zum ersten Mal seit fünf Jahren - die Zulassung eines Gen-Maises, konkret des Bt-11 Gen-Maises, vorgeschlagen. Darüber müsse nun binnen drei Monaten der EU-Ministerrat entscheiden. Dieser Gen-Mais produziert ein Gift (Bt-Toxin), das den Maiszünsler abtötet, der massenhafte Einsatz von Bt-Pflanzen erhöht jedoch das Risiko der Resistenzbildung. Jüngste Studien zeigen, dass Bt-Pflanzen darüber hinaus auch Nützlinge wie Marienkäfer oder Bienen töten können. "Eine Zulassung würde Tür und Tor für eine wahre Lawine von Gen-Pflanzen öffnen, die auch den heimischen Markt überschwemmen würden", warnte Sima vor weiteren Säumigkeiten in diesem Bereich. Sie forderte die Regierung auf, auf EU-Ebene gemeinsam mit Verbündeten die Zulassung dieses Gen-Maises zu verhindern.

Beim ersten Importverbot, das von der damaligen Gesundheitsministerin Christa Krammer am 13. Februar 1997 verhängt wurde, handelte es sich um den Gen-Mais der Firma Novartis, vormals Ciba-Geigy. Das Importverbot wurde aufgrund ökologischer und gesundheitlicher Bedenken verhängt. Der Novartis-Mais produziert das Insektengift Bt und wurde mittels Gentechnik gegen das Unkrautvernichtungsmittel "Basta" resistent gemacht. Zudem wurde dem Mais ein Resistenz-Gen gegen das Antibiotikum Ampicillin eingebaut, das zur Familie der in der Humanmedizin verwendeten Penicilline gehört. "Die hektarweise Ausbreitung von Antibiotika-Resistenz-Genen kann dazu führen, dass diese lebenswichtigen Medikamente bei der Behandlung eines kranken Menschen nicht mehr wirken", warnte Sima. Österreich müsse die drei verhängten Importverbote jedenfalls aufrecht erhalten und diese im Falle einer Aufhebung durch die EU-Kommission bis zum EuGH durchfechten. (Schluss) ns/mm

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