Kossina: Biosphärenpark Wienerwald auf gutem Weg

Freiwilliger Verzicht auf forstwirtschaftliche Nutzung sind weitere Schritte Richtung Biosphärenpark

Wien (OTS) - "Die Wienerinnen und Wiener lieben ihren Wienerwald
als Freizeitoase und grüne Lunge der Stadt. Mit geht es um die Erhaltung dieses Lebensraums. Mit diesem kostbaren Naturerbe muss sorgsam umgegangen werden. Der freiwillige Verzicht auf forstwirtschaftliche Nutzung bis zur endgültigen Festlegung der Biosphärenpark Kernzonen ist ein wesentlicher Schritt für die weitere Entwicklung des Projekts Biosphärenpark Wienerwald. Es geht dabei um eine Zukunftschance für Mensch und Natur", betonte Kossina in einem gemeinsamen Pressegespräch mit dem niederösterreichischen Landesrat Dipl. Ing. Josef Plank. "Ich freue mich über diesen Schritt und über die gute Zusammenarbeit der Länder Wien und Niederösterreich sowie dem Biosphärenpark Wienerwald Management", unterstrich Kossina.

"Der Wienerwald ist ein wertvoller Natur- und Kulturraum von internationaler Bedeutung. Für zirka zwei Millionen Menschen ist er Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum. Die Schaffung eines Biosphärenparks ist für den Wienerwald wie maßgeschneidert, weil Ökosystem und Artenvielfalt geschützt sowie ökologische Entwicklungen gefördert werden", so die Wiener Umweltstadträtin. Im Bundesland Wien befinden sich etwa nur sechs Prozent des Wienerwaldes (10.000 Hektar), aber 60 Prozent der Einwohner des Wiener Waldes leben hier.

Bereits heute ist der Lainzer Tiergarten, als Teil des Wiener Waldes, als Naturschutzgebiet ausgewiesen, der Wiener Wald im 13., 17., 18., 19., und 23., Bezirk Landschaftsschutzgebiet, im 14. und 16. Bezirk ist die Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet so gut wie abgeschlossen. Vom Wiener Forstamt (MA 49) sind im Wienerwald etwa 160 Hektar als Naturwaldreservat ausgewiesen und damit vollkommen außer Nutzung. Zusätzlich ist der gesamte Wiener Wald im Rahmen der 1987 unterzeichneten "Wienerwalddeklaration", die 2002 erneuert wurde, über die Landegrenzen hinaus in seiner Eigenart und seinem Bestand geschützt.

Stadt Wien stellt 500 Hektar außer Nutzung

In der Planungsphase für den Biosphärenpark wurden seit Beginn des Jahres von der Stadt Wien rund 500 Hektar- das entspricht einer Größe von 500 Fußballfeldern - geplanter Kernzonen außer Nutzung gestellt.

Naturnahe Waldflächen, die für Kernzonen des geplanten Biosphärenpark Wienerwald in Frage kommen, werden ab sofort in ihrem Bestand gesichert. Möglich macht das, wie Naturschutzorganisationen bestätigen, ein beispielhaftes Vorgehen der Länder Wien und Niederösterreich gemeinsam mit den Waldeigentümern.

Für freiwilligen Verzicht auf forstliche Nutzung bis zur endgültigen Festlegung der Biosphärenpark Kernzonen erhalten Forstbetriebe von den Ländern eine faire finanzielle Abgeltung. "Wir wollen auf diese Weise die auf Hochtouren laufende Planung für den Biosphärenpark Wienerwald sicherstellen. Unser Aufruf geht dabei an alle Grundstücks- und Waldbesitzer, freiwillig an dieser auf zwei Jahre begrenzten Aktion teilzunehmen" meint der in NÖ für die Forstwirtschaft zuständige Landesrat Dipl. Ing. Josef Plank.

Schutz des Waldes der Wiener hat Tradition

Schon vor 99 Jahren wurde der Wienerwald als "Schutzgebiet Wald-und Wiesengürtel" gesetzlich geschützt. Seit den 1970er Jahren entstanden 160 Hektar Naturwaldreservate, die von der Stadt Wien freiwillig außer Nutzug gestellt wurden.

Seit Herbst 2003 laufen die Detailplanungen für die Einrichtung von Kernzonen im künftigen Biosphärenpark Wienerwald.

In Zusammenarbeit und im Einvernehmen mit den Waldeigentümern werden auf solider fachlicher Basis in den unterschiedlichen Waldtypen des Wienerwaldes ausgewählte Flächen ermittelt, die im Biosphärenpark als Kernzonen langfristig außer Nutzung gestellt werden sollen.

Kernzonen sind gemäß den UNESCO Vorgaben streng geschützte Teilflächen eines Biosphärenparks. In diesen werden die forstlichen Nutzungen eingestellt und die Waldflächen können sich urwaldartig entwickeln. Sie dienen zur langfristigen Erreichung der Schutzziele wie z.B. der Erhaltung der biologischen Vielfalt dienen.

Sicherung der Waldflächen für künftige Kernzonen wichtig

Zur Sicherung geeigneter Waldflächen für künftige Kernzonen ist ein vorläufiger Verzicht auf die forstwirtschaftliche Nutzung bereits während der Planung des Biosphärenparks notwendig.

Die Länder Wien und Niederösterreich haben auf Initiative der Österreichischen Bundesforste AG und von Naturschutzorganisationen allen Eigentümern solcher Waldflächen finanzielle Abgeltung für einen vorläufigen, freiwilligen Nutzungsverzicht angeboten. Insgesamt wurden dafür 150.000,- Euro bis 2005 bereitgestellt. Durch Beteiligung mehrerer Forstbetriebe werden rund 7.650 Hektar Wald in ihrem Bestand als potenzielle Kernzonenfläche gesichert.

Der WWF, der Umweltdachverband, BirdLife und der Naturschutzbund begrüßen diese in Österreich bisher beispiellose Vorgehensweise. Grundlage für ihr Zustandekommen war die gute Zusammenarbeit zwischen den Ländern Wien und Niederösterreich dem von ihnen eingerichteten Biosphärenpark Wienerwald Management mit den Waldeigentümern und Forstbetrieben im Wienerwald. Für das Frühjahr 2005 ist die Einreichung bei der Unesco für das Gütesigel "Biosphärenpark" geplant. (Schluss) bfm

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