KAMPF DEM KILLER ALKOHOL: KFV-ANALYSE ZEIGT LEBENSRETTENDE RESERVEN

Alkoholunfälle steigen, junge Fahrer in höchster Gefahr - KfV fordert Mittel für Exekutive, Einsatz von Vortestgeräten, Punkteführerschein und Kampagnen

Wien (OTS) - Das Alkoholproblem im Straßenverkehr wird immer jünger: Dies zeigt in dramatischer Deutlichkeit die vorläufige Unfallbilanz der Monate Jänner-November 2003. Junge Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren übernehmen in puncto Alkohol am Steuer die absolute Spitzenposition - und das fast ausschließlich zur "Disco-Zeit". Die 16- bis 17-jährigen Lenker lassen ebenfalls mit einem traurigen Rekord aufhorchen. Und: Die jungen Frauen am Steuer ziehen in der Alkoholunfall-Statistik kräftig nach.

Eine aktuelle Analyse des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zeigt die Notwendigkeit der raschen Realisierung offener Sicherheitsreserven: mehr finanzielle Mittel für gezielte Verkehrsüberwachung in den Wochenend-Nachtstunden, Einsatz von Vortestgeräten zur Erhöhung der Kontrolldichte, ein effizientes Punkteführerschein-System und österreichweite Kampagnen zur Propagierung von Fahrgemeinschaften.

Tödliches Wochenende
Die KfV-Analyse deckt auf: An den Wochenenden werden tödliche Verkehrsunfälle fast ausschließlich von 18- bis 24-jährigen Alko-Lenkern verursacht - und das zumeist nach Mitternacht und in den frühen Morgen-stunden. Genau hier müssen lebensrettende punktgenaue Kontrollen durch die Exekutive ansetzen.

Gemessen an der Gesamtbevölkerung stellen die 18- bis 24-Jährigen einen Anteil von lediglich neun Prozent, aber jeder fünfte Unfall-Lenker (also 20 Prozent) und jeder vierte Alkoholunfall-Lenker (25 Prozent!) stammt aus dieser Altersgruppe. Der Anstieg der Alkoholunfälle in dieser Altersgruppe beträgt überdurchschnittliche 7,6 Prozent. Besonders erschreckend sind die Fakten aus dem Kreis der nahezu jüngsten motorisierten Verkehrsteilnehmer: Die Gruppe der 16-bis 17-jährigen Lenker war noch nie so häufig in Alkoholunfälle involviert wie im Jahr 2003.

Auch junge Frauen blau am Steuer
Auf die jungen Frauen ist längst nicht mehr Verlass in Sachen Alkoholverzicht am Steuer. Die Anzahl der 18- bis 24-jährigen Alkoholunfall-Lenkerinnen stieg sogar wesentlich stärker an als die ihrer männlichen Pendants: um beachtliche 15,1 versus 6,9 Prozent. Der weibliche Anteil an den Alkohol-unfällen beträgt in dieser Altersklasse somit schon nahezu zwölf Prozent.

Alarmierende Zahlen
Österreichweit wurde im Vergleich zum Zeitraum Jänner-November 2002 ein Anstieg der Alkohol-Unfälle um 3,8 Prozent verzeichnet. Die Anzahl der alkoholisierten Lenker stieg um sechs Prozent. Die stärksten Zuwachsraten an Alkoholunfällen mit Personenschaden wurden in Kärnten (+30,1 Prozent) und Vorarlberg (+20,3 Prozent) verzeichnet, der erschreckendste Anstieg an Todesopfern durch Alkohol am Steuer zeigte sich in der Steiermark: +37,5 Prozent.

Stopp dem sinnlosen Sterben
KfV-Direktor Dr. Othmar Thann: "Alkohol am Steuer ist eine Gratwanderung - nur meist nicht im Alleingang. Nicht nur das eigene Leben, auch das Leben Unschuldiger wird hemmungslos aufs Spiel gesetzt. Um den alkoholisierten Killern am Steuer kon-sequent den Kampf anzusagen, müssen dringend weitere Maßnahmen ergriffen werden." So fordern die KfV-Experten:

-) Mehr finanzielle Mittel für die Exekutive zur Sicherung von Überstunden des Überwachungspersonals für punktgenaue Kontrollen nachts und an den Wochenenden, wenn die meisten Alko-Fahrer unterwegs sind
-) Einsatz von Alkohol-Vortestgeräten zur Erhöhung der Kontrolldichte bei gleich-bleibendem Personaleinsatz. Diese Schnelltestgeräte sind bereits international im Einsatz. So wird etwa in Finnland jeder Fahrer durchschnittlich alle zweieinhalb Jahre auf Alkoholeinfluss gecheckt - der weinselige Österreicher am Volant wird derzeit hingegen nur alle 33 Jahre kontrolliert.
-) Effizientes Punkteführerschein-System, unter Beibehaltung der Kurzzeit-Führerschein-Entzüge und der vorläufigen Führerschein-Abnahme in gefährlichen Fällen
-) Österreichweite, vor allem an die Zielgruppe der jungen Fahrer gerichtete Aktionen zur Bewusstseinsbildung, nach dem Modell der international erfolgreichen "Designated Driver"-Kampagnen: Ein jeweils ausgewählter freiwilliger Fahrer bleibt die ganze Nacht nüchtern und bringt seine feuchtfröhlichen Freunde sicher nach Hause.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
Mag. Gabriele Hinterkörner
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71 770/161

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