GPA-Stein: Forschungskollektivvertrag soll Arbeitsbedingungen für österreichische ForscherInnen attraktiver machen

GPA drängt auf rasche Umsetzung des wegweisenden Vertrages

Wien (GPA). "Mit dem Abschluss des wegweisenden Kollektivvertrages für die außeruniversitäre Forschung ist ein großer Wurf für die künftigen Arbeitsbedingungen österreichscher Forscherinnen und Forscher gelungen. Nun gehe es darum, die Inhalte des Vertrages mit Leben zu erfüllen", erklärt die stv. GPA-Bundesgeschäftsführerin Dwora Stein im Rahmen einer gestern stattgefundenen GPA-Enquete zu 'Arbeitsbedingungen in der Forschung'.++++

Der Kollektivvertrag beinhaltet u.a. ein neues Einkommensschema mit Vorrückungsstrukturen, die neben Zeit- auch Qualitätskriterien, wie Mobilität, Erfahrung, Kommunikationsfähigkeit, berücksichtigen. Es besteht die Möglichkeit einer flexiblen Arbeitszeitgestaltung mit einem individuellen Arbeitszeitkonto auf betrieblicher Ebene. Mit jedem/r MitarbeiterIn ist einmal im Jahr verpflichtend ein MitarbeiterInnengespräch zu führen, in dem die Umsetzung der Qualitätskriterien und die Qualifizierungsmaßnahmen besprochen werden müssen. Der KV, der mit 1. Jänner 2004 in Kraft getreten ist, sieht auch die Möglichkeit eines Sabbaticals vor.

Auf die gesellschaftspolitische Verantwortung der Forschung wies die Betriebsrätin der Joanneum Research GmbH, DI Dr. Karin Grasenick hin. In einem gemeinsam mit dem Kollektivvertrag vereinbarten Ethik-Vertrag werden ethische Leitlinien für die ForscherInnentätigkeit festgeschrieben. Diese müssten je nach Fall und sehr konkret in einer eigens einzurichtenden Ethikkommission festgemacht werden, so Grasenick.

"Damit dieser KV zu einem echten Leitkollektivvertrag wird, ist nun auch die Verantwortung der Arbeitgeber und der Führungskräfte gefordert, den Kollektivvertrag durch faire und transparente Einstufungen der MitarbeiterInnen mit Leben zu erfüllen. Motivierte ForscherInnen in einem von Offenheit und gegenseitigem Respekt geprägten Arbeitsumfeld werden auch die für eine humane Entwicklung der Gesellschaft notwendigen Forschungsergebnisse hervorbringen. Neben attraktiven Rahmenbedingungen in Bezug auf Einkommen und Arbeitsgestaltung sei aber auch ein politisches Klima der Weltoffenheit und Toleranz notwendig, um unser Land zu einem wirklich attraktiven Forschungsstandort auszubauen", betonte Stein abschließend.

ÖGB, 11. Februar 2004
Nr. 078

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