Klimaschutz fünf nach Zwölf

Daten und Fakten zur aktuellen Emissionshandels-Diskussion

Wien (OTS) - 1.) Mittelfristig erfolgreicher Klimaschutz erfordert einen praktisch kompletten Ausstieg aus den fossilen Energieträgern Die weltweite Forschung ist sich einig. Binnen der nächsten 50 Jahre müssten die Industriestaaten ihren Verbrauch an Erdöl, Erdgas und Kohle um rund 80 Prozent senken um eine global nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen.

2.) Kyoto ist nur ein erster, kleiner Schritt zum Klimaschutz
Das Kyoto-Protokoll sieht eine Reduktion der Treibhausgas-Emissionen der Industriestaaten und minimale 5 Prozent (!) im weltweiten Durchschnitt vor. Das ist bei erfolgreicher Umsetzung höchstens ein Tropfen auf den längst sehr heißen Stein.

3.) Das Kyoto-Protokoll war immer schon voller "Schlupflöcher" für Klimasünder

Allein die Ausnahmeregelungen für den internationalen Flugverkehr reduzieren die Wirksamkeit des Kyoto-Abkommens um rund die Hälfte; unzählige weitere Vertragstricks führen zu weiteren Verschlechterungen. Alle Kyoto-Folgekonferenzen haben die Vereinbarungen weiter ausgehöhlt.

4.) Österreich liegt beim Klimaschutz im EU-Vergleich schon jetzt auf einem der allerletzten Plätze

Um die in der EU-Aufteilung zum Kyoto-Protokoll vorgeschriebenen minus 13 Prozent zu erreichen, muss Österreich von heute 2004 weg gerechnet fast 25 Prozent Treibhausgas-Emissionen reduzieren. Das erfordert dringende Maßnahmen weit über den betrieblichen Emissionshandel hinaus.

5.) Klimaschutz ist keineswegs nur Belastung für die Wirtschaft, große Teile würden massiv profitieren

Leider melden sich in der aktuellen Debatte zum Emissionshandel nur Lobbyisten jener Wirtschaftszweige lautstark zu Wort, die Mehrkosten befürchten - vor allem E-Wirtschaft und energieintensive Branchen. Potentielle Gewinner wie Bau- und Baunebengewerbe, Öffentlicher Verkehr oder der Bereich erneuerbare Energie hört man weit seltener.

6.) Der aktuelle Entwurf zum Emissionshandels-Gesetz kommt der Wirtschaft bereits in allen denkbaren Bereichen entgegen

Die vor allem von der E-Wirtschaft geforderten Gratis-Zertifikate für zusätzliche Emissionen in den nächsten Jahren würden dem an sich schon sehr wirtschaftsfreundlichen Entwurf jede umweltrelevante Substanz nehmen.

7.) Der betriebliche Emissionshandel ist nur ein kleiner Schritt zur Erreichung der österreichischen Kyoto-Ziele

Die beschleunigte Umsetzung der nationalen Klimastrategie ist dringender denn je!

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Klimabündnis Österreich
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