Ehemaliger ORF-Besetzer Strutz als Verteidiger der ORF-Führungscrew

SPÖ-Kärnten erinnert an versuchte Besetzung des ORF-Landesstudios durch Reichhold, Freunschlag, Strutz und Gaugg und wirft Strutz vor chronisch Druck auszuüben

Klagenfurt (SP-KTN) - Als "lächerlich", "bezeichnend" und "unglaubwürdig" bezeichnete am Samstag der Landesgeschäftsführer der Kärntner Sozialdemokraten, Herbert Würschl, die Aussagen von Martin Strutz zur Kritik der SPÖ an der ORF-Führung. "Dass ausgerechnet jener für den ORF-Kärnten auf die Barrikaden steigt, der selbigen schon besetzt hat und über seine Mitarbeiter täglich aufs Neue Druck ausübt, ist bezeichnend", so Würschl, der den Vorwurf von Martin Strutz entschieden zurückwies.

"Auch in Wien wurde nicht interveniert, wenn aber die ORF-Führungscrew sich dem Schüssel-Haider-Druck beugt und die objektive Berichterstattung aus den Augen verliert, dann werden wir nicht schweigen, sondern die Bevölkerung darüber informieren", notfalls auch mit Schaltungen in Privatsendern, so Würschl, der aus gegebenen Anlass an die versuchte Besetzung des ORF-Landesstudios Kärnten durch führende Repräsentanten der FPÖ erinnert: Am 20. April 1994 hatten Mathias Reichhold (!), Jörg Freunschlag, Martin Strutz und Reinhard Gaugg in Begleitung weiterer Personen versucht, sich "in einer aggressiv-bedrohlichen Art" Einlass in das ORF Landesstudio Kärnten zu verschaffen. Dieser Versuch der FPÖ scheiterte jedoch letztlich "am couragierten Eingreifen" von ORF-Mitarbeitern, die der Gruppe den Zugang verwehrten.

Ein ORF-Mitarbeiter, der damals unmittelbarer Zeuge war, bestätigte, dass seitens der FPÖ-Funktionäre "harte Worte" gefallen seien. Er nannte die Sätze "Uns kann man nicht aufhalten, denn wir sind nicht aufzuhalten" und "Das ist eine Sauerei". Die Redakteursversammlung verurteilte "die persönliche Diffamierung von ORF-Redakteuren und die unglaublichen, hetzerischen Besudelungsversuche der FPÖ".

Ich erinnere auch an die Zeit, als Martin Strutz die Bevölkerung mit Postings unter dem Titel "Vergessen zu berichten?" gegen den ORF und dessen Journalistinnen im ORF-Online-Forum nervte. Jörg Haider dichtete Journalisten "kranke Gehirne" an und sprach schon früher vom "Ordnung machen und davon, dass er dafür sorgen wolle, dass in den Redaktionsstuben nicht mehr soviel gelogen wird". FP-Justizminister Böhmdorfer wollte sogar "Haftstrafen für Journalisten".

Unabhängige Journalisten wie Franz C. Bauer stellten am 11. Feber 2002 fest, dass "Haiders Ordnung in den Redaktionsstunden" zum Medienprogramm der schwarz-blauen Regierung gemacht wurde. Beispiele des FPÖ-Drucks: Am 1. August 2002 gegen Hanno Settele, am 15 .Jänner 2002 gegen ORF-Direktorin Monika Lindner wegen der Berichterstattung aus dem "Zigarrenclub", am 21. Oktober erneut gegen einen ORF-Redakteur aufgrund der Partisanen-Dokumentation.

Die SPÖ hingegen fordere unabhängigen, objektiven Journalismus und die Möglichkeit für Journalistinnen und Journalisten diesem ohne Druck der ORF-Führungsebene gerecht werden zu können. (Schluss)

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